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Aus der Gemeinderatssitzung: Die Digitalisierung der Schule soll zügig vorangebracht werden

Zukünftig sollen 138 iPads zur Verfügung stehen – Beamer und AppleTV in jedem Klassenzimmer geplant – Tafeln und Kreide bleiben


Angelbachtal. (ram) Über 170.000 Euro sollen bis zum Jahr 2024 in die Digitalisierung der Sonnenbergschule mit ihrem Grundschul- und Werkrealschulzug fließen. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat jetzt die Planungen im Rahmen des „Digitalpakts Schule“. Damit können jetzt die Zuschussanträge auf den Weg gebracht werden.
Schon im Jahr 2018 hatte die Bundesregierung Fördermittel in Höhe von fünf Milliarden Euro zur Digitalisierung der Schulen beschlossen. Inzwischen wurde die Fördersumme um 1,5 Milliarden erhöht, erläuterte der stellvertretende Hauptamtsleiter Paul Merwarth jetzt in der Sonnenberghalle.
Aufgrund der Coronapandemie waren in den beiden zurückliegenden Jahren aber auch Sofortausstattungsprogramme aufgelegt worden, mit denen ohne Eigenanteil der Gemeinde 43 iPads und 19 Laptops für Lehrkräfte angeschafft werden konnten. Auch wurden Gelder für externe Unterstützung bei der Planung und Umsetzung des Digitalpakts Schule bereitgestellt. Insgesamt flossen dadurch bereits 44.000 Euro in die Sonnenbergschule.
Im Rahmen des Digitalpakts steht der Schule jetzt noch ein Budget von 127.750 Euro zur Verfügung, 20 Prozent davon muss die Gemeinde als Eigenanteil tragen. Die Voraussetzung für die Förderung ist ein Medienentwicklungsplan. Dort festgeschrieben ist, wie sich die Schule digital entwickeln will und wie die angeschafften Geräte im Schulalltag Einsatz finden sollen. „Im Jahr 2019 haben wir uns auf den Weg gemacht“, beschrieb Rektor Ulrich Schwenk den Bürgervertretern. Ermittelt wurden, wo die Bedarfe liegen und wo digitale Geräte sinnvoll genutzt werden können. „Die Kollegen müssen die Technik auch annehmen“, beschrieb Schwenk die Hintergründe des Medienentwicklungsplans.
Vorgesehen ist, die beiden in die Jahre gekommenen Computerräume neu auszustatten und zu erweitern, so dass zukünftig 42 PCs zur Verfügung stehen sollen. Dazu acht Arbeitsstationen, zu denen die Schüler in den Pausen Zugang haben sollen. Weitere 70 iPads sollen beschafft werden, um diese zukünftig während des Unterrichts auch an der Grundschule einsetzen zu können.
Alle Klassenzimmer sollen mit einem Beamer, einer Soundbar und einem AppleTV ausgestattet werden, um die Einbindung von Tablets und anderen digitalen Geräten zu ermöglichen. Um die zahlreichen neuen Geräte stabil ans Internet anzubinden, sind zehn weitere WLAN-Access-Points geplant und auch die Serverinfrastruktur der Schule soll aktualisiert werden.
„Der Zugang zur Technik ist der Zugang zur Bildung“, erklärte Bürgermeister Frank Werner und bezeichneten die hohen Zuschussmittel als „sehr positiv“. Zwar sei in der Zukunft auch mit erhöhten Unterhaltungskosten zu rechnen, wie Paul Merwarth erklärt hatte, doch sei die Nutzung der Förderprogramme und die Umsetzung der Maßnahmen „alternativlos“, wie der Bürgermeister sagte.
Ausschließlich Lob gab es für das Konzept aus den Reihen des Gemeinderates: „Schlüssig und durchdacht“, fasste Frank Reinbold (SPD) zusammen. „In Ausbildung und Beruf geht es nicht ohne“, erklärte Lukas Del Monego (Junge Liste). Sein Fraktionskollege Sascha Bertich bezeichnete die Schritte „nicht nur sinnvoll, sondern überfällig.“ Auch GAL-Gemeinderat Christoph Haag schloss sich an: „Positiv, dass der Zuschuss abgerufen wird.“
Aber auch die Frage nach Hybridunterricht, mit Kindern, die teilweise Zuhause sitzen und der andere Teil im Klassenzimmer, beschäftigte die Bürgervertreter. Unter anderem Anne Gmelin (Freie Wähler) wollte wissen, ob dies mit der neuen Ausstattung möglich sei. Hybridunterricht werde oder wurde bereits praktiziert, bestätigte Rektor Schwenk dazu. Dies sei jedoch „Unterricht aus zweiter Hand“, gab der Pädagoge zu bedenken und verwies auch auf die Hürden: Beim Einsatz von Kameras zur Übertragung müssten stets alle Erziehungsberechtigten einverstanden sein.
Die Tafeln und die Kreide in den Klassenzimmern werden übrigens auch nach der Digitalisierung nicht abgeschafft. „Diese haben weiterhin ihre Berechtigung“, so Schwenk auf die Frage von Karl Kern (Frei Wähler).


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