Tätigkeitsbericht dem Rat vorgestellt – Finanzhaushalt einstimmig beschlossen – Bedenken um Bauplatzverkäufe
Angelbachtal. (ram) Einstimmig vom Gemeinderat beschlossen wurde die 16,5 Millionen Euro schwere Finanzplanung für das laufende Jahr. Ausgiebig hatte der Rat das Zahlenwerk Anfang Februar beraten (wir haben berichtet), so dass die Genehmigung der Haushaltssatzung letztendlich reine Formsache war. Zuletzt waren noch zwei größere Posten in den Haushalt aufgenommen worden: Ein Ansatz von 150000 Euro für eine Photovoltaikanlage samt Energiespeicher für die Schule und 15000 Euro für digitale Endgeräte als Vorbereitung zur Nutzung eines Digitalen Informationssystems für den Gemeinderat.
Die Finanzplanung sieht Investitionen von rund 1,8 Millionen Euro vor, die vorwiegend über Bauplatzverkäufe und Rücklagenentnahmen finanziert werden sollen. Größte Projekte sind die Sanierung des Grundschuldachs und der Aula, der Kanalaustausch in der Holbinsenstraße, die Erneuerung Gemeindebauhof-Dachs sowie der Umbau und die Renovierung des Ärztehauses in der Michelfelder Karlstraße. Das lange bestellte Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 geliefert werden, 270000 Euro müssen als Abschlag bezahlt werden. Neue Schulden sind nicht geplant, vielmehr soll die Gemeindeverschuldung im Jahresverlauf leicht um die ordentliche Tilgung sinken. Zum Jahresende wird ein Schuldenstand von 1,7 Millionen Euro (323 Euro pro Kopf) erwartet.
Die Unsicherheit seien die geplanten Bauplatzverkäufe, merkte Bunte-Liste-Rat Heimo Linse vor der Abstimmung an, man müsse hoffen, dass dieses Geld eingehe. Auf wackeligen Beinen steht der Haushalt deshalb jedoch nicht. Schon in den vergangenen Diskussionen zur Finanzplanung hatte der Bürgermeister angemerkt, dass aufgrund der Rücklagen eine teilweise Verschiebung der Bauplatzverkäufe in die kommenden Jahre keine großen Auswirkungen auf die Maßnahmen hätte.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ratssitzung war der Tätigkeitsbericht der beiden Schulsozialarbeiterinnen Theresa Brecht und Stefanie Budde. Eingangs bedankte sich der Bürgermeister für die jeweils 30-prozentige Förderung durch Kreis und Land, so dass der Gemeindeanteil für die „Sozialarbeit auf hohem Niveau“ nur rund 28000 Euro pro Jahr beträgt.
Von familiären Problemen, Mobbing und gestiegenen psychischen Belastungen berichteten die Sozialarbeiterin Brecht und die Erziehungswissenschaftlerin Budde, welche die Kinder zu Gesprächen mit den Sozialarbeiterinnen veranlassen. Rund 270 Einzelkontakte habe es im Schuljahr 2024/25 gegeben. Erfasst wurde dabei jedes einzelne Gespräch, auch wenn es mehre Zusammenkünfte zum gleichen Thema gab. Im laufenden Schuljahr liege die Zahl bereits bei 199 Einzelkontakten, sei also steigend.
Ein großer Schwerpunkt liege bei der Prävention: In der Grundschule gehören dazu die Stopp-Regeln und Veranstaltungen zur gewaltfreien Kommunikation dazu. In der Werkrealschule sei unter anderem Suchtprävention ein Thema.
Anhand eines anonymen Fallbeispiels gaben die Schulsozialarbeiterinnen einen Einblick und beschrieben die Möglichkeiten, die zusammen mit Eltern, Lehrern, Jugendamt oder anderen Fachstellen ergriffen werden, um Kindern und deren Familien zu helfen. Wichtig sei, dass sich die Kinder an der Schule wohlfühlen, um erfolgreich lernen zu können, betonte Stefanie Budde.
Neben dem Bürgermeister äußerten auch verschiedene Ratsmitglieder ihren Dank für die wichtige Arbeit. Rektor Ulrich Schwenk berichte von der Einführung eines „Handyhotels“ an der Sonnenbergschule. Dort werden die Handys der Schülerinnen und Schüler zu Schulbeginn abgelegt und erst zum Schulschluss wieder mitgenommen. Die Nutzung sei um 90 Prozent zurückgegangen, betonte er. Auch er dankte den Schulsozialarbeiterinnen, die sich auch um Streitschlichtung und bei Problemen auch um die Abstimmung mit den Eltern kümmern.