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Ort feiert Demokratie und Freundschaft

Angelbachtal ist jetzt offiziell „Heckergemeinde“ – Gäste reisten sogar aus den USA an

Angelbachtal. Noch auf dem Weg zum Festakt schwärmen die Gäste vom Vorabend, als am Freitag die Band Fate gespielt und die etwa 1000 Besucher mit ihren Songs auf das große Festwochenende eingestimmt hatten. Den Auftakt zum offiziellen Festakt übernahm am Samstag dann der Musikverein Angelbachtal, und die Ehrengäste trugen sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Dann eröffnete Bürgermeister Frank Werner mit Blick auf die Urkunde des Innenministeriums die Feier in der Sonnenberghalle: „Heute feiern wir ganz offiziell die Verleihung der Zusatzbezeichnung ,Heckergemeinde‘ zu unserem Gemeindenamen Angelbachtal“, verkündete der Bürgermeister den Grund für all die Feierlichkeiten. Die Gäste aus den USA hatten vor der Bühne Platz genommen und verfolgten Werners Worte, übersetzt am Bildschirm. Der Bürgermeister begrüßte die vielen Ehrengäste, wie den CDULandtagsabgeordneten Albrecht Schütte, Regierungspräsidenten Alexander Föhr, Landrat Manuel
Just sowie die Festrednerin und Hecker-Expertin Prof. Sabine Freitag von der Uni Bamberg. Ganz besonders dankte er den 21 Mitgliedern aus drei Generationen der Hecker-Familie aus Alabama, Missouri, Ohio, South Carolina und Georgia. Danach wurden die Anwesenden gebeten, sich zum Gedenken an Honorarkonsul Lansing Hecker zu erheben, der vor einem Monat im Alter von 77 Jahren gestorben war. Werner erinnerte an Friedrich Hecker als Kämpfer für die Herrschaft des Volkes, für Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit auf beiden Seiten des Atlantiks und die Bedeutung dieser Werte heute: „Es ist die Pflicht von jedem von uns, täglich für unsere Demokratie einzutreten und allen zu widersprechen, die etwas anderes im Sinn haben. Unser Bekenntnis zur Demokratie heute
sichert unseren Kindern die demokratischen Werte für die Zukunft. In diesem Lichte steht auch die Freundschaft Angelbachtals mit den Nachkommen von Friedrich Hecker.“ Hecker-Expertin Freitag beleuchtete dann spannende Züge von Heckers Persönlichkeit, wie die rhetorische Begabung, die bereits in seinem Mannheimer Abgangszeugnis 1830 gewürdigt wurde, oder sein Verständnis von der Berufung von Anwälten zur Aufklärung der Staatsbürger. Hecker: ein „Verfassungspatriot“. Als Dank erhielt Freitag die erste Flasche eines Heckerfestweins, den die Angelbachtaler Güter Gmelin und Nägele gemeinsam kreiert haben, und Gemeinderat Frank Reinbold stimmte das Heckerlied auf dem Piano an, mit dem Refrain „Er hängt an keinem Baume, er hängt an keinem Strick. Er hängt nur an dem Traume, der deutschen Republik“. Nach der Enthüllung des neuen Heckergemeinde-Logos sprachen Föhr und danach Just, der Werner für sein langjähriges Engagement für die Freundschaft mit der Heckerfamilie dankt. „Hier wurde die Revolution in persona von Friedrich Hecker geboren“, sagte Just. Er rief dazu auf, sich für sein Erbe einzusetzen, und gratuliert Angelbachtal zu seinem neuen Namen. Als der Musikverein den Böhmischen Traum spielte und Werner ein glänzendes Solo dazu sang, erreichte  die Stimmung in der Halle einen Höhepunkt: „Wenn ich träum’ in der Nacht, träum’ ich immer von dir. Du bist der hellste Stern in dieser schönen Nacht. Und der Stern sagt zu mir, ich bleib gerne bei dir.“ Dann wurde die Bühne frei für die Heckerfamilie. Bill Hecker hofft, dass die starke Bindung, die entstanden ist, auch in Zukunft bestehen wird. Sein Sohn John Hecker bedankte sich auf Deutsch und schenkte der Gemeinde das Foto eines Gemäldes aus dem 19. Jahrhundert, das Angelbachtal zeigt und einen Ehrenplatz im Hecker-Bauernhof in Summerfield, Illinois hatte und über Generationen weitergegeben wurde. Caroline Hecker-Kruckow bedankte sich für die Gastfreundschaft im Michelfelder Schloss bei Familie Schäfer. Ihr Cousin Adam Hecker erinnerte an die Restauration der Hecker-Statue, einem Obelisk von ursprünglich zehn Metern
Höhe, der 2025 in Anwesenheit des Angelbachtaler Gemeinderats in St. Louis erneut eingeweiht wurde, und überreichte kleine Kopien der Statue an die Gemeinde sowie an Heiner Schäfer und
seine Tochter Eliette Freifrau von Gemmingen-Hornberg. Die Mitglieder der Heckerfamilie drückten ihre tiefe, freundschaftliche Verbundenheit mit der Gemeinde warmherzig aus. Werner überreichte Kindern der Gäste je einen Heckerhut, die ihn zunächst zögerlich, verwundert, dann aber begeistert aufsetzten. Schließlich wurden alle Gäste aus den USA auf die Bühne gebeten, und es wurden Gruppenfotos geschossen – bevor mehrere hundert Gäste in der Halle das Badnerlied sangen. Zur Abrundung dieser Feier der Demokratie und deutsch-amerikanischen Freundschaft, die in die
Geschichte der Gemeinde und Region eingehen wird, wurde zum Umtrunk und Verkostung des neuen Heckerweins eingeladen.

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