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Aus der Gemeinderatssitzung vom 25.11.2019: Historisches Hecker-Geburtshaus wird zum Sanierungsfall

Gemeinderat beauftragte Ausschreibung der Sanierung – Rechte Gebäudeseite steht seit Jahren leer – Baukosten rund 680.000 Euro

Angelbachtal. (ram) „Mit das wichtigste Gebäudeensemble“ nannte Bürgermeister Frank Werner das markante ehemalige Rentamt, eingerahmt von Schlosskirche und historischem Marstall gegenüber des Eichtersheimer Schlossparks. Seit Jahrzehnten ist in der ehemaligen Kirche das Atelier vom weithin bekannten Künstler Prof. h.c. Jürgen Goertz untergebracht. Der Marstall wurde vor Jahren in einen Ausstellungsraum für Kunstwerke umgebaut. Das geschichtsträchtigste Gebäude, das ehemalige Rentamt, in dem 1811 der Anführer der Badischen Revolution, Friedrich Hecker geboren wurde, wird seit Jahrzehnten von der Familie Goertz bewohnt.  Genau gesagt die linke Seite des Gebäudes.
Seit über 15 Jahren leer steht dagegen die rechte Hälfte des „Heckerhauses“, wie es in Angelbachtal genannt wird. Der Zahn der Zeit nagte hier an der Bausubstanz, die ohne Maßnahmen gefährdet sei, brachte es Werner auf den Punkt.
Vor einigen Wochen hatte sich der Gemeinderat bei einer Begehung ein Bild vom Gebäudezustand gemacht, so dass jetzt, als es um die Umsetzung und Ausschreibung der Baumaßnahmen ging, kein Redebedarf mehr zu erkennen war. Vielmehr stimmten die Bürgervertreter einstimmig für die Sanierung, die Architekt Berthold Mayer in seiner Kostenberechnung auf 680.000 Euro zuzüglich Baunebenkosten bezifferte.
Die Maßnahme fand sich schon seit einigen Jahren regelmäßig im Gemeindehaushalt, jetzt soll gebaut werden. Ganz klar ist die zukünftige Nutzung aber noch nicht, wie Werner auf die Frage der Ausgestaltung von Gemeinderat Lukas Del Monego erklärte: Geplant sei eine „dem Gebäude angemessene wertige Sanierung“ unabhängig von Mietverträgen, um die es offensichtlich im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung gehen sollte.
Neben der Erneuerung von Heizung-, Sanitär- und Elektroinstallation müssen auch zahlreiche Böden saniert oder erneuert werden.
Doch nicht nur im Innenbereich soll erneuert werden, auch an der Außenfassade bröckelt teilweise der Putz. Deshalb muss auch die Fassade des gesamten Gebäudes saniert werden. Allein dafür sind innerhalb der Gesamtkosten 200.000 Euro veranschlagt.
Da das Gebäude im Sanierungsgebiet des Landessanierungsprogramm liegt, wurde von der Gemeinde eine Förderanfrage ans Regierungspräsidium gestellt, führte der Bürgermeister aus. Es sei aufgrund des Denkmalschutzes mit einer effektiven Zuschussquote von 51 Prozent zu rechen.
Mit der einstimmigen Ratsentscheidung sollen jetzt die Ausschreibungen vorbereitet und noch in den Wintermonaten mit den Arbeiten begonnen werden. Einen Teil der Rohbauarbeiten könne voraussichtlich der Gemeindebauhof übernehmen, so Bauverwaltungsleiter Daniel Oestrich auf Anfrage. Bis wann die Sanierung abgeschlossen sein soll, ist noch offen.