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Statt im Elterntaxi im Laufenden Schulbus zum Unterricht

Ab der kommenden Woche wird es Laufgruppen samt „Fahrplan“ geben – Zebrastreifen beim Festplatzübergang in Planung

Angelbachtal. (ram) Jeden Morgen und Mittag dieselben Szenen, die sich vor der Sonnenbergschule abspielen: Unzählige Eltern bringen ihre Kinder zur Schule oder holen sie am Mittag wieder ab, ein Parkplatz muss gesucht, ein-, ausgeparkt und rangiert werden. Dazwischen suchen sich die Kinder den kürzesten Weg.
Mit einem neuen Angebot soll jetzt motiviert werden, dass mehr Schüler zu Fuß statt im „Elterntaxi“ zur Schule gehen. Ab dem kommenden Montag, 30. September soll es im „Laufenden Schulbus“ zum Unterricht gehen. Neun Routen sind derzeit für die Testphase vorgesehen, erklärt Elternbeiratsvorsitzende Beate Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung. Jeweils zur ersten und zweiten Schulstunde treffen sich die Schüler an den festgelegten „Haltestellen“ im Gemeindegebiet, für die es einen „Fahrplan“ mit genauen Zeiten gibt. Zum Ende der fünften und sechsten Schulstunde geht es dann von der Schule aus zurück.
Als „Busfahrer“, also als Begleiter der Laufgruppen haben sich bereits einige Eltern gefunden. Weitere werden noch gesucht, erklärt Beate Fischer. Allerdings reiche es oft, die Schülergruppen entlang der gefährlichen Straßenübergänge zu begleiten, beispielsweise im Schlossparkbereich kann das letzte Stück dann ohne Begleitung zurückgelegt werden.
Zahlreiche positive Effekte hebt der Elternbeirat in einem Elternbrief an alle Schüler und Eltern hervor: „Die Selbständigkeit der Kinder wird gefördert und sie bekommen ein Gefühl für die Gefahren des Straßenverkehrs. Zu Fuß gehende Kinder können sich im Unterricht oft besser konzentrieren. Die frische Luft, Bewegung und der Austausch mit anderen Kindern helfen dabei.“ Zudem ersparten sich die Eltern die morgendliche Fahrt, sparen Zeit und schonen die Umwelt.
Eine Broschüre des Rhein-Neckar-Kreises zum Laufenden Schulbus geht noch weiter: Laut Statistik seien an etwa 20 Prozent der morgendlichen Verkehrsunfälle an Werktagen Kinder beteiligt, die von ihren Eltern im Auto zur Schule gebracht werden. Diese Zahl könne erheblich verringert werden, indem die Kinder zu Fuß zur Schule gehen.
„Da der Laufende Schulbus meist aus großen Gruppen besteht, die durch das Tragen von Warnwesten oder ähnlichem sehr gut sichtbar sind, wird der Laufende Schulbus auch in den Herbst- und Wintermonaten ein von den Autofahrern nicht zu übersehender Verkehrsteilnehmer“, ist weiter zu erfahren.
Eine weitere Verbesserung der Schulwegsicherheit ist im Bereich des Fuß- und Radwegübergangs bei Festplatz und Sonnenberghalle in Arbeit. Hier suggerieren die im Asphalt eingesetzten Pflastersteine einen sichereren Übergang. Tatsächlich muss von den Autofahrern aber nicht angehalten werden. Abhilfe soll hier jetzt ein Zebrastreifen schaffen, den die Elternbeiräte im Frühjahr angeregt hatten (wir berichteten). Eine Planung dazu solle im Oktober dem Gemeinderat vorgestellt werden, erklärte Bürgermeister Frank Werner auf Anfrage.