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Fäulnis im Stamm machte die Säge unumgänglich

Als Ersatz wurden mehrere Jungbäume gepflanzt – Eichen für Spielplatz und Hundewiese

Angelbachtal. (ram) Kurz bevor die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, wurde dieser Tage unter anderem im Eichtersheimer Schlosspark zum Spaten gegriffen: Drei neue Bäume wurden vor Beginn der Vegetationsphase gepflanzt.
Eine junge Blutbuche wurde als Ersatz für ein erst kürzlich gefälltes, viele Jahre altes und stattlichen Exemplar eingepflanzt. Ein Baumgutachten hatte die Standsicherheit des alten Baumes in Frage gestellt, tatsächlich war der Baumstamm dann während des Fällens zersplittert, so Bürgermeister Frank Werner, der sich im Schlosspark selbst ein Bild von den Nachpflanzungen machte: „Der Baumstamm der alten Blutbuche war innerlich schon stark von Fäulnis geschädigt.“
Bereits im vergangenen Sommer musste ein großer Ahorn gefällt werden, der über Jahre immer stärker an der Krone abgestorben war. An dieser Stelle wurde jetzt eine Flatter-Ulme – der Baum des Jahres 2019 – gepflanzt: „Die Flatter-Ulme, die die letzte Eiszeit vermutlich im Balkan überdauert hat, ist schon vor 10.000 Jahren nach Mittel- und Osteuropa zurückgekehrt. In Deutschland ist sie lediglich in den östlichen Bundesländern gut verbreitet. Im übrigen Deutschland ist sie deutlich seltener und längst nicht überall, am ehesten noch in den größeren Flusstälern anzutreffen, in der Rhein-Main-Ebene, im Oberrheingraben und entlang der Donau. Die Flatter-Ulme hält auch das trockenwarme Stadtklima gut aus. Und sie ist recht tolerant gegenüber Luftverschmutzung, Streusalz und Bodenverdichtung. Sie könnte daher – auch als Ersatz für die längst weggestorbenen Feld- und Berg-Ulmen – wieder häufiger an Straßen, auf Plätzen und in Parks innerhalb von Städten angepflanzt werden“, so die Dr. Silvius Wodarz Stiftung, die die Flatter-Ulme zum Baum des Jahres 2019 gekürt hat. „Sehr spezifisch sind die auffälligen, unter europäischen Baumarten einmaligen Brettwurzeln.“
Gepflanzt wurde im Eichtersheimer Schlosspark dazu noch ein Trompetenbaum (Catalpa bignonioides). Jeweils drei Eichen sollen künftig auf der Michelfelder Hundewiese und auf dem Spielplatz Binzig für Schatten sorgen.