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Aus der Gemeinderatssitzung vom 22.10.2018: Zukünftig muss fürs „Stromzapfen“ bezahlt werden

Gemeinderat entscheidet für Abrechnungssystem – Gewinn entsteht dabei aber nicht – Weitere Ladesäule offen

Angelbachtal. (ram) Einstimmig fällten die Gemeinderäte jetzt eine Entscheidung die „aus Sicht der Wirtschaftlichkeit nicht wirtschaftlich ist“, wie Bürgermeister Frank Werner treffend zusammenfasste. Konkret ging es um die im Jahr 2015 errichtete Ladesäule für Elektroautos und Fahrräder am Schlossparkeingang beim Friedrich-Hecker-Platz. Waren es im ersten Jahr nur rund 400 Kilowattstunden an Strom, die dort „gezapft“ wurden, steigerte sich der Bedarf auf 5.500 kWh 2017 und für dieses Jahr wurden rund 9.000 kWh hochgerechnet.
Bezahlt muss aktuell für das Aufladen der Akkus nichts werden. Doch dies soll sich jetzt ändern: Wie der Gemeinderat entschied, soll ein Abrechnungssystem eingeführt werden. Der Nutzer benötigt dann eine registrierte Ladekarte. Die Bezahlung für die Nutzung der Ladeinfrastruktur erfolgt nach der Art des Stromanschlusses und der Dauer, die das Fahrzeug angeschlossen ist. Die „gezapfte“ Leistung spielt dabei keine Rolle.
Hintergrund der minutengenauen Abrechnung sei, dass die Nutzer nach Abschluss des Ladevorgangs den Parkplatz verlassen und weitere Kunden die Chance haben, ihr Fahrzeug aufzuladen. Beobachtet wurde nämlich, wie in der Sitzung zu erfahren war, dass oftmals dieselben Fahrzeuge über eine längere Zeit, teilweise auch über Nacht, an der E-Lade-Station stünden.
Übernehmen soll die Abrechnung die EnBW, die seinerzeit auch die Ladesäule neben dem Schlossparkeingang installiert hatte. Die monatlichen Kosten liegen bei 119 Euro, so Bürgermeister Frank Werner. Sparen wird die Gemeinde durch die Abrechnung allerdings kaum etwas, denn die monatlichen Ladeeinnahmen werden eher geringer sein als die, die für das Abrechnungssystem bezahlt werden müssen. Die Stromkosten von derzeit rund 2.000 Euro trägt weiterhin die Gemeinde.
Auch wenn das Abrechnungssystem Gebühren verursache, könne dadurch reguliert werden, dass mehr E-Mobil-Besitzer die Ladestation benützen können, wurde in diesem Zusammenhang erläutert. Die Bürgervertreter interessierten eher technische Details zum Ladevorgang. Ein kleines Quiz gab es im Zusammenhang mit den Ladevorgängen für Elektrofahrräder. Hier lagen die Schätzung der Räte weit weg von den Durchschnittlichen 1,2 Ladevorgängen pro Monat.
Kein eindeutiges Votum gab es aus dem Ratsrund auf die Frage, ob im Gemeindegebiet eine weitere Ladesäule entstehen solle. Mindestens 10.000 Euro kostet die Errichtung. Die Verwaltung möchte zunächst prüfen, ob an der vorhandenen Säule ein zweiter Parkplatz für ein weiteres Fahrzeug geschaffen werden könne, um paralleles laden zu ermöglichen.