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Zwei Jungstörche schlüpften auf der Schlosspark-Platane

Nachwuchs könnte in vier Wochen das Nest erstmals verlassen – Experte beringte die Tiere

Angelbachtal. (ram) Jetzt ist das Geheimnis um den Storchennachwuchs im Eichtersheimer Schlosspark gelöst: Zwei Jungstörche schlüpften wohl kurz vor dem Pfingstmarkt im Nest hoch auf einer Platane der Schlossallee. Fritz Maier, ehrenamtlicher Beauftragter der Vogelwarte Radolfzell begab sich mit Unterstützung eines Hubsteigers der EnBW in luftige Höhen um einen Blick in das Nest zu werfen und die Jungtiere zu beringen.

Mit ihren charakteristisch schwarzen Schnäbeln zeigten sich die beiden kleinen Störche, die sich erst im Laufe der Zeit rot färben. Fritz Maier, der im gesamten Bereich um Karlsruhe die Beringungsaktion durchführt schätzt, dass die Jungvögel rund vier Wochen alt sein könnten, also in der Woche vor dem Pfingstmarkt geschlüpft sein dürften. Hauptamtsleiter Diethelm Brecht, der das Storchenthema zuständigkeitshalber betreut, verwies darauf, dass sich das Storchpaar von den Pfingstmarktaktivitäten nicht hatte stören lassen. Die beauftragten Biologen, die entsprechend der Vorgaben der Naturschutzbehörden das Verhalten der Störche während des Pfingstmarktfeuerwerks und der Lasershow beurteilen mussten, hätten erwartungsgemäß keine Beeinträchtigung des Storchpaares feststellen können.

Deshalb ließ es sich der Hauptamtsleiter nicht nehmen, sich selbst vom Wohlergehen der kleinen Störche zu überzeugen und das Vogelnest in Augenschein zu nehmen, dass im Zusammenhang mit dem Pfingstmarkt wochenlang für Diskussionen im Ort und zu langen Debatten im Gemeinderat geführt hatte.

Experte Fritz Maier schätzt, dass die Jungstörche bei guter Verpflegung durch die Storcheneltern in etwa vier Wochen das Nest verlassen könnten. Normalerweise würden die Storcheneltern zum geeigneten Zeitpunkt die Futtermenge reduzieren, um so den Nachwuchs zum Verlassen des Nestes und zur eigenen Futtersuche zu bewegen.

Doch dieser Storchennachwuchs ist bei weitem nicht der Einzige, den Fritz Maier dieser Tage besuchte. Vor der Beringungsaktion in Angelbachtal war er in entsprechende Mission an diesem Vormittag bereits in Oberhausen-Rheinhausen und in Kronau tätig.