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Die Pfingstmarkt-Höhepunkte können stattfinden

Naturschutz-Entscheidung zum Storchenpaar liegt vor – Keine lauten Knalleffekte, sonst kaum Einschränkungen

Von Ralf März

Angelbachtal. (ram) „Mir fällt ein Stein vom Herzen“ sagt Bürgermeister Frank Werner am Telefon. Wenige Stunden vorher hat er vom Landratsamt die Entscheidung zum Pfingstmarkt erfahren, der am kommenden Samstag seine Pforten öffnen soll. Das auf einer hohen Schlosspark-Platane brütende Storchenpaar war in den vergangenen Wochen zum Politikum geworden (wir berichteten), mehrfach hatte der Gemeinderat darüber diskutiert – entschieden wurde jetzt in Sachen Naturschutz vom Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises.Die Naturschutzbehörde hatte zur Prüfung der Auswirkungen des Pfingstmarkttreibens auf die Storchenfamilie einen Sachverständigen der Vogelwarte Radolfzell eingeschaltet und sich auch mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe abgestimmt. Die Entscheidung ging bei der Gemeinde am Mittwochnachmittag ein und sorgte für Erleichterung im Rathaus: Das geplante Pfingstmarkt-Programm mit seinen Höhepunkten Feuerwerk, Schlossparkbeleuchtung und Lasershow, aber auch den zahlreichen Bands uns Musikern dürfen stattfinden. Zusammengefasst: Lediglich auf laute Knalleffekte muss verzichtet werden. Dazu zählen die Böllerschüsse zur Eröffnung und auch verschiedene Effekte beim Feuerwerk, so der Bürgermeister. Das gut 600 Meter vom Storchennest entfernte Feuerwerk soll deshalb etwas in der Höhe reduziert, einige Raketen durch andere Effekte ersetzt werden. Zur Auflage der Naturschutzbehörde wurde beispielsweise die Dokumentation der Feuerwerkshöhe und -dauer.Als ausreichend für den Storchenschutz angesehen wurden von der Behörde auch die weiteren Punkte, die Hauptamtsleiter Diethelm Brecht in einer detaillierten Risikoanalyse betrachtet hatte. Demnach darf aber sowohl die Lasershow (abgewandt vom Storchennest und etwas lautstärkenreduziert) als auch das Treiben um den Schlosspark herum, mit Straßenfest und Vereinszelten stattfinden. Entwarnung gab es sogar fürs Pfeifen der kleinen Dampflock, die im Schlosspark zur Freude der Kinder ihre Runden dreht. Dieses Pfeifen hatte die Gemeinde als kritisch eingestuft, die Experten befürchten hierdurch jedoch keine Gefahr für den Storchennachwuchs. Um künftigen Konflikten vorzubeugen empfahl das Landratsamt noch in Abstimmung mit dem Storchensachverständigen der Vogelwarte zu prüfen, ob dem Weißstorchpaar ein alternativer Horststandort in einem weniger veranstaltungsintensiven Bereich angeboten werden könne.„Ich bin erleichtert, dass alles laufen kann“, fasst Bürgermeister Frank Werner im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen. Bis zuletzt war er nicht sicher, was die Behörden daraus machen, gibt er noch einmal mit Blick auf die vom Pfingstmarkt abhängigen Vereine zu bedenken.  Auswirkungen wird der Storch auch auf die Schlossparkserenade des Landkreises haben, die am 30. Juni im Schlosshof stattfinden soll. Hier muss – wie bereits in der Risikoanalyse aufgezeigt – auf das Feuerwerk direkt neben dem Schloss verzichtet werden. Die zumeist klassische Musik ist nicht kritisch, als Ersatz fürs Feuerwerk ist von einer attraktiven Illumination die Rede.