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Neujahrsempfang: Eindrucksvolles Beispiel für lebendiges Ehrenamt in Angelbachtal

Zahlreiche Ehrungen in der Sonnenberghalle – Rückblick und Ausblick – Der umsichtigen Finanzpolitik möchte man treu bleiben


Von Ralf März

Angelbachtal. (ram) Eindrucksvoll zeigte der Neujahrsempfang in der Sonnenberghalle, was Angelbachtal im vergangenen Jahr bewegte. Neben dem Rückblick von Bürgermeister Frank Werner konnte man auch bei Bildern und Filmen das Jahr 2017 noch einmal Revue passieren lassen. Noch eindrucksvoller zeigte die Veranstaltung, wie lebendig das Ehrenamt in Angelbachtal ist.
Der Musikverein eröffnete den Abend musikalisch, bevor Bürgermeister Frank Werner die zahlreichen Bürger und Ehrengäste begrüßen konnte – die Plätze in der Sonnenberghalle waren beinahe komplett gefüllt.  
„Mit dem Jahr 2017 geht ein Jahr, welches sich durch eine sehr intensive Projektfülle hervorhob,“ so die Bilanz des Bürgermeisters. Gleichzeitig musste das Gemeindeoberhaupt aber feststellen, dass nicht alles, was ursprünglich geplant war, in Angriff genommen werden konnte. Denn als „Seiteneinstieg“ kam beispielsweise der Glasfaserausbau durch den Rhein-Neckar-Kreis auf die Gemeinde zu. Auch die Sanierung und die Erweiterung des Kindergartens „Am Sonnenberg“ stand zwar auf der Themenliste, so Frank Werner, nicht jedoch auf der Investitionsliste für 2017. Inzwischen werde dort bereits gebaut und die Kapazität des Kindergartens für 1,7 Millionen Euro verdoppelt.
Liegen blieb die Planung zur Sanierung des Rathauses (Wasserschloss Eichtersheim), doch konnten auch viele Projekte wie geplant abgeschlossen werden: Neues Bauland wurde erschlossen, die Schulmensa eingeweiht, das Sportflächenkonzept entwickelt, die Weichen für den Umbau der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik gestellt und auch die Friedhofssatzung mit zahlreichen neuen Bestattungsformen wurde vom Gemeinderat beschlossen.
Doch die Arbeitsliste für 2018 wird wohl kaum kürzer werden: Straßen- und Gehwegsanierungen, die Erarbeitung eines Seniorenkonzeptes, der Naturerlebnispfad im Michelfelder Wald oder auch längerfristige Flächennutzungsplanungen für den Wohnbau zählte Bürgermeister Frank Werner auf. In Sachen Wohnbau lobte er die zahlreichen innerörtlichen Projekte durch Investoren. Mit 44 Wohneinheiten entstehen hier etwa gleich viele Wohnungen wie in den Neubaugebieten „Röhrigwald“ oder „Wackeldorn II“ zusammen.
An einer Sache soll sich in 2018 jedoch wenig ändern: „Treu bleiben werden wir unserem Weg der verantwortungsvollen Finanzpolitik,“ so der Bürgermeister: Als er die Gemeindeverschuldung von rund 280 Euro pro Kopf mit dem Kreisdurchschnitt von 642 Euro verglich, gab es einen spontanen Zwischenapplaus.
Mit einem kritischen Blick auf Veränderungen im Vereinswesen leitet der Bürgermeister dann zum Ehrungsreigen über. Musikalisch aufgelockert von der Musikschule und dem Sängerbund konnten zunächst zwei Ehrennadeln des Landes Baden-Württemberg verliehen werden: Renate Nusshag, seit 37 Jahren in der Verantwortung des Angelbachtaler Landfrauenvereins, der durch Veränderungen in der Gesellschaft, der Erwerbsstruktur und der Technisierung auch einem kräftigen Wandel ausgesetzt war, so der Bürgermeister. „Und doch sind in all den Jahren die Landfrauen eine feste Größe in unserem dörflichen Leben geblieben.“ Gerade die  eigentliche Vereinsarbeit sei bei ihr stets in besten Händen gewesen. Sie habe es verstanden, für die Landfrauen Jahr um Jahr ein interessantes Jahresprogramm zusammenzustellen und dabei auch immer zurück zu den Wurzeln der Landfrauenbewegung im engeren Sinne zu finden. Überdies war Renate Nusshag auch überörtlich aktiv: Sie war von 1997 bis 2015  Vorstandsmitglied im Kreis-Landfrauenverband Heidelberg-Sinsheim.
Die zweite Landesehrennadel ging an Wolfgang Benz, die „Lichtgestalt des Sängerbunds Angelbachtal 1862 e.V.“. Er ist das „Gesicht unseres Sängerbunds“, seit 1994 in der Vorstandschaft, seit 2006 erster Vorsitzender. „Der Sängerbund Angelbachtal ist nicht nur der älteste Angelbachtaler Verein, sondern gehört mit seinen etwa 180 Mitgliedern zu den größeren Vereinen und ist aus unserem Jahreslauf in der örtlichen Gemeinschaft nicht wegzudenken,“ so der Bürgermeister. Aber Wolfang Benz hat seine Spuren nicht nur beim Sängerbund hinterlassen: 15 Jahre war er Gemeinderat, sechs Jahre Schöffe beim Amtsgericht und als Bankfachmann der örtlichen Volksbank „stets ein Bindeglied zwischen Vereinen, Gemeinde und Bank, ausgestattet mit einer Orts- und Menschenkenntnis, wie sie bei uns nur sehr wenige Menschen in der Gemeinde haben.“
Zahlreiche weitere Auszeichnungen für Feuerwehrkameraden, Sportler und Blutspender folgten (wir berichten noch) bevor Pfarrer Emanuel Fritz und Thomas Hafner den Segen für das neue Jahr spendeten. Beim Badnerlied zum Abschluss hielt es dann niemanden mehr auf seinem Platz. Später wurde bei verschiedenen Angelbachtaler Weinen auf das neue Jahr angestoßen.