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Aus der Gemeinderatssitzung vom 11.12.2017: Gemeinderat vergab Arbeiten für Brunnenstraßensanierung und Kindergartenerweiterung

Gemeinde muss die höheren Baukosten schlucken – Konjunktur treib Preise im Baugewerbe nach oben


Angelbachtal. (ram) Ungünstige Zeiten für Bau- und Sanierungsmaßnahmen: Deutlich über den kalkulierten Kosten der Fachbüros lagen die meisten Angebote, über die die Gemeinderäte in ihrer letzten Zusammenkunft des Jahres entscheiden mussten.
Konkret ging es um die Sanierungsarbeiten der Brunnenstraße und dem Umbau und der Erweiterung des Kindergartens „Am Sonnenberg“. Da bei beiden Vorhaben Handlungsbedarf bestehe, sah der Gemeinderat das Aufheben der Ausschreibungen aufgrund der Kostensteigerungen nicht als sinnvoll an. Bis zu vierzig Prozent höher als üblich seien die Angebotspreise der Firmen derzeit, die Auftragsbücher bedingt durch die anhaltend gute Konjunktur bei den meisten Firmen offensichtlich gut gefüllt, so Marco Büchler vom Sinsheimer Ingenieurbüro Willaredt, der die Vergabe der Brunnenstraßen-Arbeiten vorbereitet hatte.
Rund 655.000 Euro hatte er für die Erneuerung des rund 200 Meter langen Straßenbereichs kalkuliert. Aktuell ist nicht überall ein Bürgersteig vorhanden, die holprige Fahrbahn zwischen vier und fünf Meter unterschiedlich breit.  Die Hauptarbeit dürfte jedoch im Untergrund liegen: Neben der Wasserleitung wird auch der komplette Kanal ausgetauscht und Leerrohre für die Glasfaserleitungen (schnelles Internet) verlegt, später die Asphaltschicht und Pflaster verlegt.
Mit für die hohen Kosten sei auch der schwierige Untergrund verantwortlich, so Planer Marco Büchler. Vergeben wurde vom Gemeinderat einstimmig an den günstigsten und fachlich geeigneten Bieter, die Firma Klaus Reimold GmbH aus Gemmingen, die ein Angebot von rund 815.000 Euro (etwa 24 Prozent mehr als kalkuliert) abgegeben hatte. Die Bauarbeiten sollen vermutlich im April 2018 starten, sechs Monate Bauzeit sind vorgesehen.
Von ähnlich überhöhten Preisen musste auch Architekt Karl Ströhle (Schlude-Ströhle-Richter, Stuttgart) berichten, als es um die Auftragsvergaben zur Erweiterung des Kindergartens „Am Sonnenberg“ im Untergeschoss der Sonnenbergschule ging. Aus den zwei Kindergartengruppen soll durch Um- und Anbau Platz für vier Gruppen geschaffen werden. Die Grundsatzbeschlüsse hatte der Gemeinderat bereits im Frühsommer getroffen, um dem höheren Bedarf an Kindergartenplätzen gerecht werden zu können.
Etwa 12 Prozent über der Kalkulation liegen die Angebotspreise, auf deren Grundlage jetzt mit einstimmigen Beschlüssen Rohbau-, Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär und Elektroarbeiten an die jeweils wirtschaftlichsten Bieter vergeben wurden. Die reinen Baukosten für die wurden im Vorfeld auf knapp 1,5 Millionen geschätzt, vergeben wurde nun rund die Hälfte der Arbeiten.
Wie Architekt Karl Ströhle berichtete, liege inzwischen die Baugenehmigung vor. An verschiedenen Stellen wurde bereits begonnen, so Bürgermeister Frank Werner. So konnten für die beiden Kindergartengruppen Ausweichräume im Bereich der Schule gefunden und eingerichtet werden. Die Rohbauarbeiten werden gleich nach dem Jahreswechsel beginnen. Der ehrgeizige Zeitplan sieht vor, dass der Kindergarten bereits in gut einem Jahr bezugsfertig ist.