Schriftgröße:

Ortsfamilienbuch Michelfeld druckfrisch ausgeliefert - Buchvorstellung am 17.11.2017

Angelbachtal Das Manuskript und die Umschlagsgrafik ist schon seit einiger Zeit für den Druck freigegeben. Mit der Herstellung des Buchs wurde die Druckerei KS-Druck beauftragt. Dieser Tage wurden nun die 550 Exemplare  beim Rathaus angeliefert also rechtzeitig vor der  Buchvorstellung am kommenden Freitag, 17.11.2017.
Das 796 Seiten umfassende Werk, und damit fast doppelt so umfangreich wie das Ortsfamilienbauch Eichtersheim, gibt einen wertvollen Einblick in die Familiengeschichte der Michelfelder Bevölkerung und reicht zurück bis in die Zeit um 1500. Familienforscher Josef Seitz aus Maulbronn hat seit drei Jahren Kirchen- und Standesbücher ausgewertet, akribisch sortiert und nach Familien geordnet.
Natürlich stieß er dabei auch auf bedeutende Michelfelder Persönlichkeiten, z.B.  den jüdischen Tuchfabrikanten Zacharias Oppenheimer,  der die badischen Soldaten für den Krieg gegen Napoleon mit Uniformen ausstattete. Er war seinerzeit einer der größten Uniform-Lieferanten im Großherzogtum Baden.
Und wer weiß heutzutage noch, dass der erste Badische Landesbischof nach dem 2. Weltkrieg - nämlich der hier geborenen Julius Bender aus Michelfeld kam?
Doch nicht nur die „hochgestellten“ Persönlichkeiten werden genannt; gesamte Familien und Personen, die seit dem 16. Jahrhundert  in Michelfeld geboren wurden, heirateten oder verstorben sind, sind im Ortsfamilienbuch mit genauen Daten aufgezeichnet.
Immer mehr Personen interessieren sich für ihre familiären Wurzeln; daher ist dieses Familienbuch ein unentbehrliches Hilfsmittel, um die eigene Familiengeschichte zu erforschen.
Ein weiterer interessanter Fall ist im Zuge der Recherchen aufgetaucht. Ein Cousin des weltbekannten Millionärs Astor startete mit 16 Jahren von Michelfeld aus zu einer Reise in die „Neue Welt“. Aber im Gegensatz zu seinem erfolgreichen Verwandten hatte er kein Glück. Seine Spuren verlieren sich 1787 in der Auswanderungs-Hafenstadt Rotterdam.
Josef Seitz stieß bei seinen Recherchen auch auf interessante Eintragungen  und Besonderheiten. So wurde beispielsweise erwähnt, dass   1684 ein Jakob Holtzapfel wegen schweren Verbrechen mit Feuer und Schwert hingerichtet wurde. 1721 wurde ein weiterer Delinquent „nach einem Todschlag an einem Judenknecht durch den Scharfrichter enthauptet und aufs Rad gelegt“.
Ein tragischer Fall ist für das Jahr 1832 dokumentiert, als ein Johann Jakob Rudisüle mit seiner Frau beim Tiefergrabens des Kellers durch das dann einstürzende Gewölbe  verschüttet wurde und beide zu Tode kamen.
Ein Rekord an Dienstjahren stellte wahrscheinlich Schullehrer Johann Georg Englert auf:  Als er im Jahre 1838  mit 84 Jahren verstarb wurde vermerkt, dass er 62 Jahre lang Schullehrer in Michelfeld gewesen war

Diesem familiengeschichtlichen Buch ist auch ein Register der Berufe angegliedert.
Über 800 Berufe sind genannt, allen voran die Berufsbezeichnung Bauer. Es sind aber auch seltene und exotische Berufe aufgeführt wie z.B. ein königlich französischer Carabinier, Kupferschmied, Seifensieder, Bierbrauer und nicht zuletzt ein Karch-Schmier-Brenner

Das 796 Seiten umfassende  gebundene Werk wird im Rahmen der „Angelbachtaler Heimatgeschichten“ am 17.11.2017 um 19.30 Uhr in der Sonnenberghalle (Schulstr.30) vorgestellt und ist dort auch erstmalig erhältlich. An diesem Heimatabend wird der Familienforscher Seitz auch einiges zur Entstehung dieses Buches erläutern. Das Ortsfamilienbuch wird danach ebenfalls beim Angelbachtaler Weihnachtsmarkt vom Heimatverein für 32,50 € zum Verkauf angeboten.