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Ritterfest litt unter Regen und kühlem Wetter

Die „flüssige Sonne“ ließ die Besucher nur zögerlich in den Schlosspark strömen
 – Großer Markt mit buntem Angebot – Hoch zu Ross wurde gekämpft


Von Ralf März

Angelbachtal. (ram) Da wurde das Kettenhemd schnell gegen einen regendichten Umhang getauscht und auch vor matschigen Schuhen durften die Hobby-Ritter, Burgfräulein und Prinzessinnen am Wochenende beim Mittelalterfest im Eichtersheimer Schlosspark keine Scheu haben. Für zwei Tage lang wurde auf den Wiesen rund um das Wasserschloss die Zeit zurückgedreht, Schwerter klapperten, Feuer rauchten vor den zahlreichen Lagern und gekämpft wurde am Boden und hoch zu Ross.
Doch ganz so rosig dürfte die Bilanz der 24. Auflage des Ritterfestes nicht ausfallen: In der Tat stört ein kühler Nieselregen einen gestandenen Ritter wenig – doch davon gab es offensichtlich nicht so viele im Angelbachtal: Sehr verhalten war der Zustrom von Besuchern am Samstag, der Sonntag sollte dann etwas stärker ausfallen. Lange Gesichter bei den Händlern daher am Samstagabend, denn zum Stöbern nach Kleidern, Schmuck, Ritterausrüstung, Seife oder Räucherwaren, Likören oder Holzspielzeug war kaum jemand gekommen, auch wenn es an Auswahl nicht mangelte. Mehr Zuspruch konnten die Tavernen vermelden: Hunger auf Schwein vom Spieß, Heurekaner, Flammlachs oder süße Crêpe hatten selbst die regennassen Mittelalterfreunde.
Bürgermeister Frank Werner lobte auf der kleinen Bühne das authentische Ambiente der mittelalterlichen Buden und Marktstände in der passenden Kulisse des historischen Wasserschlosses und dem weitläufigen Schlosspark. Auch der Marktvogt hieß die Besucher, Musiker und den Narr Xander willkommen, der zur Eröffnung mit kleinem Umzug durch das Marktgelände gekommen waren. Knappe Worte fand zu dessen Abschluss der Kistler, der mit seiner kleinen Holztafel, beschriftete mit „JUBEL“, mühevoll versuchte für Stimmung sorgen: „Und jetzt fresst, sauft und feiert!“
Für Veranstalter Michael Wolf war das feucht-kühle Wetter vom Wochenende nichts Unbekanntes, im Gespräch mit unserer Zeitung erinnerte er sich auch an eine nächtliche Evakuierungsaktion der Lagerbewohner vor einigen Jahren, aber auch an brütende Hitze verbunden durch erhöhte Brandgefahr durch die Lagerfeuer. Beim Programm und Markt wurde erneut auf Kontinuität gesetzt, neu dabei waren große Greifvögel die hautnah bestaunt werden konnten. Auch die mittelalterlichen Musiker der Gruppe „Donnerkeil“ waren zum ersten Mal in Angelbachtal dabei, so Michael Wolf.  
Recht brutal begann die Inszenierung des Ritterturniers, als der Beschützer der Königstochter von feindlichen Rittern am Pferd durch die Arena gezogen wurde. Später mussten sich verschiedene Kämpfer hoch zu Ross beweisen – der zukünftige Burgherr sollte gefunden werden. Nicht immer ganz fair wurden Ringe aufgesammelt, Kohlköpfe mit dem Schwert zerteilt und mit der Lanze gegeneinander angeritten. Der Sieg ging letztendlich unter großem Handgeklapper an die Königstochter.
Gekämpft wurde vom „Würzburger Greifenpack“ auch mitten auf dem Marktgelände und auch für kleine Ritter wurde ein Turnier ausgetragen. Wer es nicht so kämpferisch wollte konnte Papier Schöpfen oder basteln, dem Puppenspieler lauschen oder eine Runde auf dem handbetriebenen Karussell, Riesenrad oder in der Schiffschaukel drehen.
Mit dem Ende des Mittelalterfestes am Sonntagabend beginnt für Veranstalter Michael Wolf, der in Osterburken den Histotainment Park „Adventon“ betreibt, die Planungen für das Jubiläumsjahr: Am 11. Und 12. August 2018 soll die 25. Auflage des Ritterfestes in Angelbachtal gefeiert werden.