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Modernisiertes Kabelfernsehnetz soll stabilere Internetverbindung ermöglichen

Auch die Datenrate steigt auf bis zu ein Gigabit – Arbeiten an den rund 350 Verteilern in den Straßen laufen

 

Angelbachtal. (ram) Vermutlich ab Januar 2022 können die Nutzer des hiesigen „PŸUR“-Kabelfernsehnetzes sich über eine stabilere und mit neuen Tarifen auch schnellere Internetverbindung freuen. Wie Gebietsmanagementdirektor Mike Spottke von der Tele Columbus Vertriebs GmbH jetzt bei einem Pressetermin in der Angelbachtaler Sonnenberghalle erklärte, laufe derzeit die Ertüchtigung des Kabelfernsehnetzes im Angelbachtal, an dem auch die Sinsheimer Ortsteile Eschelbach und Waldangelloch sowie Mühlhausen, Rauenberg, Malsch und Östringen angeschlossen sind.

Als Kabelnetzbetreiber hat die Tele Columbus AG vor einigen Jahren das Netz von Primacom übernommen, welches seit 1990 rund 13.000 Haushalte in den Gemeinden mit Kabelfernsehen versorgt. Vor über zehn Jahren kam zum reinen Fernsehsignal auch schnelles Internet hinzu, erklärte Mike Spottke. Die notwendigen Internet-Daten werden an mehreren Stellen, mittels Glasfaserleitungen, ins Koaxialkabelnetz eingespeist.

Grundsätzlich wird sich daran auch nichts ändern, das letzte Stück in die Häuser bleibt ein sogenanntes Koaxialkabel, welches im Vergleich mit klassischem Telefonkabel deutlich leistungsfähiger ist. Um zukünftig eine Downloadrate von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zu ermöglichen, müssen die rund 350 Verteilerkästen in den Ortschaften modernisiert werden. „DOCSIS 3.1“ (Data Over Cable Service Interface Specification) nennt sich der Standard, der dann ab kommendem Jahr zur verfügbar stehen wird.

Grundsätzlich werden also keine Straßen für die Modernisierung aufgerissen, sondern Verstärker und Verteiler in den grauen Kästen an den Straßenrändern ausgetauscht. Auch bei den Kabelkunden muss nichts umgebaut werden.

Doch nicht nur schneller soll die Datenübertragung durch die Modernisierung werden, die Mike Spottke mit Investitionen „im höheren sechsstelligen Bereich“ bezifferte, sie soll auch stabiler funktionieren.

Hier war es wohl in der zurückliegenden Zeit immer wieder zu Problemen gekommen, so dass für den Netzbetreiber klar war: „Wir müssen etwas tun.“ Allerdings sei ein derartiger Ausbau bei weitem noch kein Standard. Das Netz in und um Angelbachtal sei eines der ersten regionalen Netze, die auf Gigabit-Internet aufgerüstet würden.

Lobende Worte für die Investition in die Netze gab es in der Sonnenberghalle von Angelbachtals Bürgermeister Frank Werner, und dem Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht. Ebenfalls dabei waren Mühlhausens Bürgermeister Jens Spanberger und Bürgermeisterin Sibylle Würfel aus Malsch. Letzere äußerte Bedenken, dass die Modernisierung im Kabelfernsehnetz den Ausbau des gerade in Planung befindlichen Glasfasernetzes in Malsch behindern könnte, wo die „Deutsche Glasfaser“ gerade um mögliche Kunden wirbt. Tele Columbus-Vertreter Mike Spottke wollte diese Bedenken nicht teilen und verwies auf das bereits vorhandene Fernsehkabelnetz, welches heute bereits Bandbreiten von bis zu 500 Megabit pro Sekunde ermögliche, und lediglich modernisiert werde.

Sobald die Arbeiten am Netz nach dem Jahreswechsel abgeschlossen seien, würden die Bestandskunden in Angelbachtal über mögliche neue und schnellere Tarife informiert, so Spottke. Natürlich sei dann auch mit Neukundenwerbung zu rechnen.