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„Test in den Mai“ statt Tanz – vor Start in den Wonnemonat gab es noch einen coronakonformen Flurputz

Angelbachtal. (ram) Besondere Zeiten erfordern besondere Ideen. So könnte man die Geschehnisse der letzten Tage im Angelbachtal vielleicht zusammenfassen: Dazu zählt nicht nur der „Test in den Mai“, sondern auch das Aufstellen des Maibaumes oder die Flurputzaktion, an der sich zahlreiche Familien beteiligten.
„Ein Stück Normalität“ fasste der Vorsitzende der Angelbachtaler Gewerbeinitiative, Markus Haaß zusammen, als der traditionelle Maibaum um die Mittagszeit des ersten Mai am neuen Kran der örtlichen Zimmerei Loho hing und sich vor der Sonnenbergschule langsam aufrichtete. Innerhalb weniger Minuten stand der große Baum mit den zahlreichen Tafeln, die Symbole von historischem und aktuellem Handwerk im Ort zeigen. Auf der Spitze weht die Gemeindeflagge.
Auf einen bunt geschmückten Baum an der Spitze des Maibaums wurde erneut coronabedingt in Angelbachtal verzichtet, wie Bürgermeister Frank Werner erklärte.
Kamen zur Maibaumaufstellung sonst hunderte Menschen bei Chor- und Blasmusik zusammen, so war dieses Jahr nur der Kran zu hören, einige zufällig vorbeikommende Spaziergänger beobachteten das kurze Spektakel. „Die Maibaumaufstellung trotz Corona kam als Idee aus der Bevölkerung“ betonte der Bürgermeister, die man gerne aufgegriffen habe.
Ganz ähnlich die Flurputzaktion, die wenige Tage vor dem ersten Mai auf der Gemarkung stattfand. Zuletzt 2019 trafen sich knapp 100 Helfer beim Gemeindebauhof, um dann auszuschwärmen und nach getaner Arbeit gemeinsam zum gemütlichen Vesper zusammenzusitzen. Dies war Corona bedingt erneut nicht möglich. Doch der Unrat, der häufig von Autofahrern oder Spaziergängern stammt, sollte trotzdem eingesammelt werden. Melden konnte man sich deshalb als Familie, erhielt „kontaktlos“ Müllsäcke und Handschuhe zur Verfügung gestellt und wurde für ein Gebiet eingeteilt. „Bemerkenswert“ bezeichnete Bürgermeister Frank Werner das Engagement aus der Bevölkerung, knapp 40 Helfer waren unterwegs, dazu noch zwei Gruppen der Kindergärten.
Gefunden wurde neben dem üblichen Unrat, inzwischen ergänzt durch weggeworfene Schutzmasken auch ein Brillengestell, ein sauber verschlossenes Glas voller Zigarettenstummeln oder ein zerschnittenes Kennzeichen eines Autos, berichtete der stellvertretende Hauptamtsleiter, Paul Merwarth. Ausfallen musste natürlich das traditionelle Vesper, dafür gab es für die Familien einen Eisgutschein und einen Obstkorb für die Kindergärten.
Trotz aller Normalität, die der Maibaum vermitteln soll, rückte auch die Pandemie am Wochenende nicht gänzlich in den Hintergrund: „Test in den Mai“ lautete das Motto der Corona-Bürgerteststation um Apotheker Christian Fiedler, dessen Team am Feiertag eine Sonderschicht einlegte. Vor allem am Vormittag hatte das Testteam dort gut zu tun, war zu erfahren. Auch kurzentschlossene Maiwanderer konnten sich ohne Termin kostenlos mittels Schnelltest auf das Coronavirus testen lassen.
In den Tagen zuvor hatten derartige Tests in der Angelbachtaler Grundschule drei positive Schüler entdeckt. „Jeweils 2 Klassenhälften aus der Grundschule befinden sich deshalb in Quarantäne“, teilte die Gemeinde dazu mit. Neben verpflichtenden Tests für Schüler, vorgeschrieben vom Kultusministerium, gäbe es inzwischen auch ein freiwilliges Testangebot für Kindergartenkinder, erklärte Bürgermeister Frank Werner am Rande der Maibaumaufstellung. Bleibt zu hoffen, dass die dabei herbeigewünschte „Normalität“ bald wieder Einzug hält.