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Osterfeuer soll verteilt auf viele kleine Flammen erstrahlen

Feuerwehr verteilte 2800 Teelichter an die Bürger – Geistliche hatten die Kerzen bei Andacht gesegnet – Es geht um die örtliche Gemeinschaft

Von Ralf März

Angelbachtal. (ram) Eigentlich hätte am Ostersamstag wieder ein großes Feuer oberhalb von Eichtersheim lodern sollen, mit hunderten Besuchern, gemütlichem Beisammensein und vielleicht einem herrlichen Sonnenuntergang wie es ihn beim letzten Osterfeuer der freiwilligen Feuerwehr im Jahr 2019 gab. Doch wie alle anderen Veranstaltungen in Angelbachtal, musste auch dieses Event abgesagt werden.
Die Feuerwehr wollte sich „davon nicht unterkriegen lassen und diese Aktion auf einem neuen Weg ins Leben rufen“, schreiben die Kameraden in einem Brief, der in diesen Tagen in alle rund 2500 Briefkästen in Angelbachtal verteilt wurde. Enthalten ist in dem Umschlag ein kleines Teelicht. Dieses sollen alle Bürger am Ostersamstag gegen 19 Uhr entfachen und ans Fenster stellen. Somit soll ein großes Osterfeuer, verteilt auf viele kleine Flammen erstrahlen, hofft die Feuerwehr. „Lassen Sie uns gemeinsam diese Tradition weiter fortführen“, heißt es in dem Brief.
Kommandant Jochen Kattermann geht es mit der symbolischen Aktion vor allem um die Stärkung der örtliche Gemeinschaft, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert. „Es liegen anstrengende und kräftezehrende Wochen und Monate hinter uns“, schreibt er auch im Brief an die Bevölkerung. „Diese Zeit wird und soll uns aber in Gedanken bleiben, als Zeit des Zusammenhalts und der Gemeinschaft.“
Doch auch die christliche Botschaft des Osterfeuers spielt bei der Aktion eine große Rolle. Im Rahmen einer kleinen Andacht im Hof des Feuerwehrgerätehauses wurden jüngst die Kerzen gesegnet. Der katholische Pfarrer Thomas Hafner ging auf die „große, wichtige symbolische Bedeutung“ des Osterfeuers ein. Christlich betrachtet sei es ein Ausdruck für die Auferstehung. „Denn Gott vertreibt mit der Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus Dunkelheit und Kälte.“
Der evangelische Gemeindepfarrer Emanuel Fritz betrachtete die 2800 als Kreuz aufgebauten Teelichter vor dem Feuerwehrhaus, die von den Feuerwehrkameraden nach der Andacht verteilt werden sollten: „2800 Kerzen als Zeichen des Zusammenhalts, als Zeichen der Hoffnung und als Zeichen des Lichts am Ende des Tunnels. 2800 Kerzen, die uns an das eine Licht der Welt erinnern, Jesus Christus der Auferstandene, der gesagt hat, ich lebe und ihr sollt auch leben.“
Den Segen spendete Pfarrer Hafner: „Segne diese Kerzen, segne die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, die sie verteilen, segne die Menschen, die sie entzünden und segne alle, die sich an ihrem Schein erfreuen.“
In Fürbitten baten verschiedene Sprecher für alle Menschen, die Aufgrund der Coronapandemie mit ihren Kräften am Ende sind, für alle, die sich für andere einsetzen, und für Ermutigung durch die Osterbotschaft. Aber auch an die Verstorbenen erinnerte ein Feuerwehrkamerad: „Lass ihnen ein ewiges Licht leuchten.“
Musikalisch umrahmt wurde die kleine Andacht von der Familie Achenbach, bei der sich Kommandant Kattermann, wie auch bei allen Mitwirkenden und Helfern beim anschließenden verteilen der Kerzen herzlich bedankte. Danke „für diese tolle Aktion“ sagte auch Bürgermeister Frank Werner. Es brauche gute Ideen in dieser lange andauernden Kriese, ermutigte er: „Es ist wichtig, wenn wir mit den Impfungen aus der Krise herauskommen, gerade auch das Ehrenamt unserer Gemeinde wieder zu stärken.“ Er schloss mit den besten Wünschen für das Osterfest.
Nach den Feiertagen sollen die vielen kleinen Osterfeuer, die in den Fenstern geleuchtet haben, zu einer Collage zusammengetragen werden. Die Bevölkerung ist nämlich im Schreiben der Feuerwehr aufgerufen, Bilder per Email als Rückmeldung einzusenden. Somit soll wieder ein Gemeinschaftsbild entstehen, getreu dem Motto der Aktion: „Angelbachtal – eine Gemeinschaft hält zusammen.“