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Aus dem Legelsbuschgraben soll ein Biotop werden

Durch Anstauen entstand Laichgewässer und Tränke – 1800 Bäume wurden in Michelfeld gepflanzt


Angelbachtal. (ram) Wer in den letzten Jahren im Frühling oder Sommer im Gemeindewald unterwegs war, weiß wie trocken es dort werden kann: Sträucher und Bäume ließen die gelben Blätter hängen, zahlreiche stattliche Buchen überlebten nicht. Weniger sieht man auf den ersten Blick die Auswirkung auf die Tiere. Doch auch sie kämpfen ums Überleben, wenn nahezu alle Bächlein und Rinnsale austrocknen.
In Abstimmung mit dem Kreisforstamt wurde deshalb jetzt im Gewann „Legelsbusch“ im Eichtersheimer Wald eine Maßnahme umgesetzt, um das Wasser des dortigen Grabens etwas anzustauen und damit einige kleine Tümpel zu bilden. Unterstützt wurde die Gemeinde dabei vom örtlichen Gartenbauer Christian Höninger, der Gemeindebauhof begleitete die Maßnahme, berichtet Bürgermeister Frank Werner. Mit einem Minibagger wurden einige Bereiche des Legelsbuschgrabens vom Schlamm befreit und etwas vertieft. Große Äste im Bachbett sorgen dafür, dass sich das Wasser leicht anstaut und ein Tümpel entsteht.  Außerdem entstand durch ausbaggern eine Wasserschleife, die künftig ganzjährig Wasser führen soll.
Ähnliche kleine Biotope waren in den letzten Wochen auch im Sinsheimer Wald und in anderen Kraichgaugemeinden angelegt worden (wir haben berichtet). Noch sind sie mehr oder weniger gut im kahlen Wald zu entdecken, demnächst werden sie von Sträuchern größtenteils verdeckt und geschützt sein.
Durch die Anstauung kann der Eichtersheimer Legelsbuschgraben nun wieder als sichereres Laichgewässer für zahlreiche Tiere dienen, erklärt Werner. Außerdem können Rehe, Sauen, Vögel und andere Waldbewohner den Tümpel als Tränke nutzen.
Gleichzeitig könne das Kleinbiotop als freiwillige Ausgleichmaßnahme im Zuge der Siedlungsentwicklung gesehen werden, denn erst vor kurzem hat die Gemeinde ein kleines Neubaugebiet am Ortsrand auf den Weg gebracht.
Doch das Kleinbiotop ist nicht die einzige Maßnahme, die in den letzten Wochen im Wald in Angriff genommen wurde: 1800 Jungbäume wurden im Michelfelder Wald im Gewann „Syhe“ gepflanzt. Bis vor zwei Jahren war die Fläche dort noch ein geschlossener Fichtenwald, berichtet Forstrevierleiter Bernd Niederer. Die warme Witterung und der Borkenkäferbefall setzten den Fichten zu, so dass sie gefällt werden mussten. Gepflanzt wurden auf der stattlichen Fläche unter anderem Eichen und Elsbeeren, von denen man sich eine klimaresistentere Art verspreche, so Niederer. Eingepackt wurden die Jungbäume in Wuchshüllen, die sie vor Rehverbiss schützen sollen. Außerdem sorge die Hülle für ein besonders günstiges Microklima, in dem die Bäume am Anfang besser wachsen können. Die Pflanzmaßnahme kostete etwa 8000 Euro und wurde von einer Fachfirma aus Albstadt ausgeführt. Bleibt zu hoffen, dass das Frühjahr nicht all zu trocken wird, so dass die kleinen Bäume gut anwachsen können.