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Hoher Sachschaden nach Brand an Hallenfassade

Polizei schließt Brandstiftung nicht aus – Glücklicherweise keine Verletzten – Schulsport entfällt vorerst


Von Ralf März

Angelbachtal. (ram) So wie es aussieht, wurde beim Feuer an der Sonnenberghalle am Freitagabend im Wesentlichen nur die Außenfassade beschädigt. Dennoch dürfte sich der Schaden auf rund 100.000 Euro belaufen, wie die Polizei mitteilt. Mit rund 50 Einsatzkräften waren die Feuerwehren aus Angelbachtal, Eschelbach und Waldangelloch gegen 17.30 Uhr zur Mehrzweckhalle geeilt.
Gemeldet war der Brand nahezu gleichzeitig von der Brandmeldeanlage in der Halle wie auch von Jugendlichen worden. Diese hatten offensichtlich noch einen Löschversuch unternommen und den Notruf gewählt. Da das Feuer unmittelbar neben dem Ansaugrohr der Lüftung ausgebrochen war, wurde der Rauch in die Halle gezogen und über die Rauchmelder im Umkleidebereich automatisch Alarm ausgelöst. Beim Eintreffen der Feuerwehr sei die komplette Halle verraucht gewesen, berichtet Bürgermeister Frank Werner.
Ausgebrochen war das Feuer offensichtlich im unteren Bereich der Fassade, wo auch Kabel zur gegenüberliegenden Schulmensa verlaufen. Nach oben ausbreiten konnten sich die Flammen im Bereich der Isolierung hinter Verkleidung, die von der Feuerwehr unter Hinzuziehung der Drehleiter aus Sinsheim bis zum Dach entfernt wurde. Der Brand selbst war dabei schnell gelöscht, unter anderem auch weil die massive Betonwand keine Nahrung für die Flammen bot. Aufwändig gestaltete sich dann der Ausschluss weiterer Glutnester bis unters Dach. Glücklicherweise hatte man das Feuer aber gerade noch rechtzeitig eingedämmt, so dass dort keine Schäden entstanden.
Bereits gegen 18.30 Uhr konnten sich die ersten Einsatzkräfte zurückziehen. Währenddessen wurde die Halle mit großen Gebläsen gelüftet. Nach ersten Erkenntnissen wurde der Innenraum der Mehrzweckhalle nicht in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch wird am heutigen Montag – in Abstimmung mit dem Schulrektor – zunächst kein Schulsport stattfinden, so Bürgermeister Frank Werner am Samstag.
„Der Schock am Freitagabend war groß“, fasste er die Geschehnisse zusammen. Normalerweise hätte um diese Zeit das Tischtennistraining in der Halle stattgefunden, außerdem wären die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt zum ersten Adventswochenende im Gange gewesen. Da coronabedingt alles abgesagt war, befand sich glücklicherweise niemand in der Halle, betont Werner. Sonst hätte es sicher Verletzte durch die Rauchgase gegeben.
Das genaue Schadensausmaß, von der Polizei auf rund 100.000 Euro geschätzt, wird sich erst in den kommenden Tagen durch die Brandermittler und Sachverständige ermitteln lassen. Schlimmstenfalls müsse die komplette Fassadenverkleidung auf dieser Hallenseite erneuert werden, erklärte der Bürgermeister am Samstag. Beeinträchtigt wurde durch den Brand auch die Heizungsanlage in der Schulmensa, da die Steuerleitungen genau an der betroffenen Stelle in die Halle führen. Hier soll aber kurzfristig auf manuellen Betrieb umgestellt werden.
„Nach ersten Erkenntnissen der Brandexperten könnte Brandstiftung ursächlich gewesen sein“, teilte die Polizei mit. Da an verschiedenen Stellen der Halle und der Schulmensa Überwachungskameras angebracht sind, hofft man nicht zuletzt im Angelbachtaler Rathaus auf brauchbare Aufnahmen für die Ermittlungen der Polizei.
„Die Ermittlungen hierzu dauern an“, teilte Polizeisprecher Norbert Schätzle in einer Mitteilung mit. Zeugen, die sich bislang noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, werden gebeten sich mit dem Polizeirevier Sinsheim, Tel.: 07261/690-0 in Verbindung zu setzen.