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Kreiselbau in Michelfeld: „Sinnvoll und auch in Ordnung“

Die beiden geplanten Großprojekte wurden bei Bürgerversammlung vorgestellt – Abriss des „Löwen“ kam in Diskussion nicht zur Sprache

Von Ralf März

Angelbachtal. (ram) Das Sanierungskonzept der Sporthalle beim TSV-Michelfeld und der Bau des Mini-Kreisverkehrs in der Michelfelder Ortsmitte standen jetzt auf der Tagesordnung einer Bürgerversammlung. Rund 30 Einwohner waren dazu in die Sonnenberghalle gekommen, um sich zu informieren und ihre Meinungen zu äußern. Anregungen und Kritik hielten sich jedoch in Grenzen.
Bei der Begrüßung war Bürgermeister Frank Werner auf die Corona-Situation eingegangen. „Wir nehmen die staatlichen Vorgaben sehr ernst“, erklärte er und bat alle Teilnehmer darum, die Mund-Nasenbedeckung auch während der Veranstaltung zu tragen. Schon im Vorfeld hatte er unserer Zeitung gesagt, dass man die Besucherzahl auf 50 beschränke (100 Gäste erlaubt derzeit die Landesverordnung) und die Stühle in der großzügigen Halle deutlich weitere Abstände hätten als gefordert.
Wie schon vor einigen Wochen im Gemeinderat (wir hatten berichtet) stellte Architekt Andreas Lippek die Planungen zur Sanierung der Sporthalle beim Sportplatz in Michelfeld vor. Bei der rund 2,6 Millionen Euro teuren Maßnahme wird die Halle komplett entkernt, isoliert und mit neuem Dach versehen, außerdem ein Lagerraum angebaut. Saniert und erweitert werden die Sanitär- und Umkleideräume im angebauten Clubhaus, außerdem ist geplant, die Heizung zu erneuern. Mit der Sanierung wird die Halle, vor rund 60 Jahren von ehrenamtlichen des TSV-Michelfeld gebaut, zum symbolischen Preis von einem Euro in den Besitz der Gemeinde übergehen.
Zwar saßen zahlreiche TSV-Mitglieder samt Vorstandschaft im Podium, doch hatten diese bereits während der Planungsphase intern diskutiert und ihre Anregungen eingebracht. Keine Wortmeldungen gab es daher in der Versammlung.
Einige Meinungen waren dafür zum geplanten Kreisverkehr in der Michelfelder Ortsmitte zu hören, nachdem Bauverwaltungsleiter Daniel Oestrich die Planung vorgestellt hatte und auch auf den notwendigen Abbruch des ehemaligen Gasthauses „Löwen“ eingegangen war. Die Frage, warum es bald vier Kreisverkehre im Ort geben könnte, versuchte Bürgermeister Frank gleich vor Beginn der Aussprache zu beantworten: „Nicht etwa, weil Verwaltung und Gemeinderat besonders von Kreisel begeistert sind“, erklärte er und ging auf den deutlich besseren Verkehrsfluss und die höhere Sicherheit ein. Unstrittig ist, „dass wir ein massives Verkehrsproblem haben“, sagte Werner und gab zu bedenken, dass dies nur durch mehrere Ortsumgehungen zu lösen wäre. Auch auf die Kosten des Kreisverkehrs ging der Bürgermeister ein. Diese werden komplett von Land und Kreis übernommen. Allerdings tausche die Gemeinde im Zuge der Arbeiten auch den Kanal und die 113 Jahre alte Wasserleitung in diesem Bereich aus, was ein erheblicher Teil der 1,3 Millionen Euro Gesamtsumme ausmache. - „Für uns ein Stück Nachhaltigkeit“ gab er zu bedenken.
Aus der Bürgerschaft gab es durchweg positive Meinungen zum Kreiselbau: „Sinnvoll und auch in Ordnung“ erklärte ein Bürger, der jedoch auch die „fürchterliche Querspange“ von Östringen durch Michelfeld Richtung Autobahn in Sinsheim kritisierte. Angelbachtal trage eine große Verkehrslast, äußerte er seine Meinung und erklärte, er wünsche sich mehr Druck von Bürgermeister und Gemeinderat in Sachen Ortsumgehung.
„Grundsätzlich für den Kreisel“ erklärte auch eine Bürgerin, die jedoch in Frage stellte, ob wirklich drei Zebrastreifen sein müssten. Sie befürchte, dass der Verkehrsfluss dadurch gebremst werde. Wie der Bürgermeister, sprachen sich später weitere für die geplanten Fußgängerüberwege aus, viele Kinder passieren den Knoten auf ihrem Schulweg, erklärte eine Bürgerin.
Den Abriss des „Löwen“ – in den sozialen Medien von einzelnen scharf, aber auch unsachlich kritisiert und den Kreiselbau als „Steuervergeudungen“ tituliert – brachte keiner der Bürger zur Sprache. Lediglich über die Notwendigkeit und Gestaltung der Parkplätze auf der Restfläche des „Löwen“ gab es kontroverse Meinungen: Während ein Bürger eine Blühwiese anregte und eine Bürgerin davon sprach, „das Ortszentrum als Zentrum für Menschen“ zu gestalten, statt als Parkflächen, wurde auch angeregt, ein entsprechend sicherer Fahrradabstellplatz vorzusehen. Verschiedene Bürger bezeichneten die Parkplätze für sinnvoll.
Bürgermeister Frank Werner berichtete dazu auch aus dem kürzlich geführten Gespräch mit der Anwohnerschaft: Gerade von den Gewerbetreibenden wurden dabei am besten noch mehr Parkplätze gewünscht. Kritisch sahen die Geschäftsleute lediglich die Sperrung während der Bauzeit, erklärte Werner im Gespräch mit unserer Zeitung. Vermutlich für sechs Monate muss der Verkehr umgeleitet werden, wobei die Geschäfte erreichbar bleiben. Vor der Gefahr, die Fahrzeuge an der Schule vorbei zu leiten, warnte abschließend eine Bürgerin in der Versammlung, die nach gut einer Stunde und ohne weitere Fragen geschlossen wurde.