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Der Bauwagen wurde von den Kindern schon ausgiebig inspiziert

Waldkindergarten nahm vor wenigen Tagen seinen Betrieb auf – Bauwagen und Toilette werden in den nächsten Tagen aufgestellt – Noch freie Plätze

Angelbachtal. (ram) Seit erstem September gibt es in Angelbachtal eine Waldkindergartengruppe. Aktuell acht Kinder treffen sich am Morgen mit ihren Erzieherinnen am Waldrand beim Kleintierzüchterheim, um sich dann zu Fuß zu ihrem Platz im Wald aufzumachen. Im Bollerwagen der Gruppe finden Wasser, Werkzeug, Spielgeräte und die Vespertaschen der Kinder Platz.

Entsprechend der Anmeldungen wird die Waldgruppe in den kommenden Monaten auf zwölf Kinder anwachsen, so Bianca Tagscherer, die Leiterin der kommunalen Kinderhäuser in Angelbachtal, zu dem der neue Waldkindergarten gehört. Eine Gruppengröße von maximal 20 Kinder sei derzeit vorgesehen, weitere Anmeldungen also noch möglich. Aufgenommen werden jedoch nur Kinder, die mindestens knapp drei Jahre alt sind.

In den ersten Tagen entstand mit großem Eifer aus Zweigen und Ästen bereits ein Piratenschiff sowie ein Klettergerüst aus Holz, berichten die Erzieherinnen Renate Brecht und Birte Achenbach, die Gruppe leiteten. Derzeit freut man sich natürlich über die spätsommerlichen Temperaturen, hat aber auch den ersten Regen im Wald schon überstanden.

In wenigen Tagen wird es auch einen komfortablen Unterstand geben, für Tage mit richtig schlechtem Wetter oder großer Kälte. Auf dem Gelände des Gemeindebauhofs konnten die Kinder schon einen ersten Blick in ihren zukünftigen Bauwagen werfen, der derzeit noch mit einem Holzofen ausgestattet wird. In wenigen Tagen soll er dann in den Wald gezogen werden, so Bauhofleiter Gerd Häuselmann. Den alten Lastwagenanhänger, der liebevoll und mit viel Holz innen und außen verkleidet und auch isoliert ist, habe man über das Internet gefunden, erklärte Bürgermeister Frank Werner beim Besichtigungstermin. Ein größeres Problem stellte der Transport aus Sachsen-Anhalt dar. Hier erhielt die Gemeinde Unterstützung von der örtlichen Schindler GmbH, einem Unternehmen, welches sich eigentlich um die Logistik bei Großveranstaltungen kümmert, aber hier gerne aushalf. Mit einem speziellen Tieflader, um die bei Brücken und Ampeln mögliche Gesamthöhe nicht zu überschreiten, fuhr der Bauwagen in Richtung Kraichgau, erklärte Thomas Schindler. 400 Euro von den Transportkosten übernimmt der Unternehmen als Spende für den neuen Kindergarten, berichtete Bürgermeister Frank Werner und dankte dafür recht herzlich.

In wenigen Tagen wird auch ein großes hölzernes Schild zwischen den Bäumen des Röhrigwaldes hängen, mit der Aufschrift „Waldkindergarten“. Dieses übergab Thomas Brecht den Kindern, die zuvor den neuen Bauwagen bereits ausgiebig inspiziert hatten.

Das Konzept des Waldkindergartens sieht vor, dass sich die Kinder das gesamte Jahr über im Wald aufhalten, abgesehen sehr heftigen Wetterlagen wie Sturm oder Gewitter. Besonderes Augenmerk musste deshalb auch auf die Auswahl des Platzes gelegt werden, erklärte der Bürgermeister. Gemeinsam mit dem Forstrevierleiter wurde eine geeignete Stelle gesucht, um die Gefahr von Astbrüchen oder gar umstürzenden Bäumen so gering wie möglich zu halten. Gerade durch die Trockenheit sind Schäden besonders an großem und alten Holzbestand durchaus möglich. Gewählt habe man deshalb für den Waldkindergarten einen Bereich, der hauptsächlich von 40- bis 60-jährigen Eichen bewachsen ist, so Bauhofleiter Häuselmann. In regelmäßigen Abständen werden dort zukünftig die Baumkronen inspiziert.

Bis beim Platz des neuen Waldkindergartens alles fertig ist, werden noch einige Wochen vergehen. Für die Kinder bedeutet das sicher eine ganz spannende Zeit, in denen der Waldkindergarten täglich „wächst“. Neben den Bauwagen ist auch ein Toilettenhäuschen bei einem Schreiner in Arbeit, welches bald aufgestellt werden soll. Dort soll es dann mittels Kanistern auch eine Wasserstelle geben, um Hände zu waschen.