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Aus der Gemeinderatssitzung vom 15.03.2021: Weiteres Neubaugebiet soll erst „mittelfristig“ baureif werden

Gemeinderat genehmigte Bebauungsplan „Am Sonnenberg“ – Andere „Suchgebiete“ werden zunächst nicht weiter verfolgt – 18 Bauplätze entstehen

Angelbachtal. (ram) Ein weiteres Neubaugebiet am Michelfelder Ortstrand wird konkret, wenn es auch erst später umgesetzt werden soll: Bei einer Gegenstimme genehmigte der Gemeinderat die städtebauliche Planung für das Gebiet „Am Sonnenberg“, den Bebauungsplan samt schriftlicher Festsetzungen und starte damit das Verfahren zur Beteiligung der Öffentlichkeit.
Den Aufstellungsbeschluss für die Neubaufläche hatte der Gemeinderat im Dezember 2019 getroffen. Bürgermeister Frank Werner hatte damals von vier „Suchgebieten“ gesprochen, bei denen zunächst die Umsetzung einer Wohnbebauung und auch die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer geprüft werden sollte. Da die Umsetzung im beschleunigten Verfahren vorgesehen ist, ist die Zeit zum Erlass von Bebauungsplänen bis zum Jahresende 2021 befristet. Für das Gebiet „Unterer Eichenweg“ hatte der Gemeinderat bereits im vergangenen November einen Bebauungsplan mit elf Bauplätzen erlassen. Die verbleibenden Gebiete „Wanne“ und „Sauäcker“ werde man zunächst nicht weiter verfolgen, erklärte Bürgermeister Frank Werner jetzt in der öffentlichen Ratssitzung in der Sonnenberghalle, zu der zahlreiche Zuhörer gekommen waren. Zunächst sollen diese Verfahren ruhen, möglich wäre ein Wechsel in das reguläre Bebauungsplanverfahren oder auch die Aufhebung.
Auf der heutigen Wiese am Sonnenberg, hinter der Sonnenbergschule sollen 18 Bauplätze entstehen, wie Planer Dietmar Glup vom Büro Sternemann und Glup aus Sinsheim ausführte. Das 1,317 Hektar große Gebiet weise eine Neigung von insgesamt 12 Metern auf, welche wie auch das Biotop am oberen Rand in der Planung berücksichtigt wurde. Vorgesehen ist die Erschließung über eine mittige Straße, die an der östlichen Seite an das innerörtliche Straßennetz angebunden werden soll. Ein Wendehammer wird es auf der westlichen Seite geben, doch auch von dort soll eine etwas schmalere Straße mit stärkerem Gefälle hin zur Straße „Am Sonnenberg“ umgesetzt werden. Dafür sprachen sich die Bürgervertreter mit großer Mehrheit aus. Die Straße innerhalb des Gebiets soll in einer Breite von sieben Metern ausgeführt werden, um entsprechend der Straßenverkehrsordnung dort auch das Parken am Rand zu ermöglichen.
Genau diese Parkraumgestaltung rückte auch in den Mittelpunkt der Ratsdiskussion. Günter Deja (Bürgervereinigung/CDU) hatte dazu angeregt, weitere Parkplätze entlang der Zufahrt zum Neubaugebiet zu prüfen. Auch Fraktionskollege Markus Haaß sowie Lukas Del Monego (Junge Liste) und Jürgen Lutz (Freie Wähler) sprachen sich für ausreichenden Parkraum aus. „Ich bin nicht dafür, Gästeparkplätze auszuweisen“, äußerte jedoch Karl Kern (Freie Wähler) seine Meinung dazu. Er hinterfragte auch, wie die festgelegte Photovoltaiknutzung auf einem möglichen Flachdach umgesetzt werden könne. Planer Dietmar Glup erklärte dazu, dass auf derartigen Dächern die Solarmodule „aufgeständert“ werden müssten.
Der Bebauungsplan schreibt die Photovoltaiknutzung explizit vor, wie Glup zu den Festsetzungen erläuterte. Möglich sein werden in dem Gebiet nur einzelne Wohnhäuser oder im unteren Bereich auch Doppelhäuser. Maximal zwei Wohneinheiten werden auf den rund 450 Quadratmeter großen Grundstücken zugelassen und enge Grenzen für die maximalen Gebäudehöhen festgeschrieben. Somit sollen sich die Gebäude ins bestehende Gebiet einfügen, erklärte Glup anhand eines Geländeschnittes.
Rückfragen aus dem Rat gab es auch zum Biotop, zu welchem entsprechende Abstände eingehalten werden müssen. Es ist vorgesehen, die Biotopfläche zusammen mit den Bauplätzen zu veräußern. Somit müsse die Pflege von den künftigen Eigentümern erfolgen. Ob die Erhaltung des Biotops dann auch geprüft werde, wollte Christoph Haag (GAL) wissen, was der Bürgermeister bestätigte.
Bis auf dem Neubaugebiet „Am Sonnenberg“ die ersten Bagger anrücken, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen, machte Bürgermeister Frank Werner deutlich. Zunächst solle das Gebiet „Unterer Eichenweg“ besiedelt werden. Mit der Erschließung rechnet er dort im kommenden Jahr. Als „mittelfristig“ bezeichnete er den Sonnenberg und sprach von einem Baubeginn „frühestens 2024“. Zunächst gehe es nur darum, Baurecht zu schaffen.