Heckerfestwochenende startet ab dem 24.7.2026

Konzert, Festakt und Einweihung warten auf Hecker-Familie

Nachfahren von Friedrich Hecker kommen zu Besuch – Bevölkerung eingeladen – Angelbachtal wird offiziell „Heckergemeinde“

Angelbachtal. (ram) Ganz im Zeichen des badischen Revolutionärs Fridrich Hecker steht das kommende Wochenende in Angelbachtal. Ab Donnerstag wird eine Gruppe von Nachfahren des 1811 in Eichtersheim geborenen Hecker in den Kraichgau erwartet. Geplant ist ein Konzert mit „Fate“ am Freitag und ein Festakt am Samstag zu denen auch die Bevölkerung eingeladen sind.

Nahezu geschlossen besuchte der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Städte, in denen Friedrich Hecker nach seiner Flucht in die USA 1848 Spuren hinterlassen hatte. Die Hecker-Nachfahren hatten für die Delegation aus Deutschland ein großes Programm vorbereitet.

Jetzt kommen 21 Amerikaner aus drei Generationen zum Gegenbesuch in den Kraichgau. Erwartet werden die ersten Gäste der Gruppe nach ihrer Landung in Frankfurt am Donnerstagvormittag, berichtet Bürgermeister Frank Werner vom geplanten Programm, einige kommen am Samstag noch dazu. Sie reisen aus fünf verschiedenen Bundesstaaten an.

Am Freitag dann der erste offizielle Programmpunkt mit den Gästen: Die neuen Ortsschilder mit dem Namenszusatz „Heckergemeinde“, welchen die Angelbachtal seit einigen Wochen führen darf, werden enthüllt. Dann geht es auf Tour durch den Kraichgau, zur Burg Steinsberg und nach Neidenstein. Am Abend ab 19 Uhr ist dann auch die Bevölkerung eingeladen zu feiern:

Die bekannte Cover-Band „Fate“ wird gut drei Stunden auf der Schlosspark-Bühne im hinteren Bereich des Schlossparks (bei der Brücke an der Sonnenberghalle) spielen. Örtliche Vereine und Winzer sorgen für kühle Getränke und Snacks.

Den Auftakt macht die Nachwuchsband „Heul doch“, ab 20:30 Uhr wird „Fate“ für Stimmung sorgen. Ausreichend Parkplätze stehen am Festplatz und beim Sportplatz Eichtersheim zur Verfügung. Picknickdecken oder Hocker dürfen gerne mitgebracht werden, um es sich auf der Wiese gemütlich zu machen. Der Eintritt ist frei, die Volksbank Kraichgau finanziert das Konzert mit einer großzügigen Spende.

Für die Hecker-Familie geht es am Samstagvormittag nach Schwetzingen, später noch zu den Stätten der Revolution. Um 19 Uhr beginnt in der Sonnenberghalle ein Festakt, bei dem die Urkunde mit dem Namenszusatz „Heckergemeinde“ offiziell übergeben wird. Zahlreiche Ehrengäste wie die Historikerin Prof. Dr. Sabine Freitag, Regierungspräsident Alexander Föhr und Landrat Manuel Just werden dazu erwartet. Die Bevölkerung ist zum Festakt und zum anschließenden Empfang herzlich eingeladen.

Am Sonntag werden weitere Ehrengäste, darunter Landes-Justizminister Moritz Oppelt (CDU) in Angelbachtal erwartet, um die renovierte rechte Hälfte des Friedrich-Hecker-Geburtshauses einzuweihen. Enthüllt werden soll dabei auch eine Plakette der deutschen Demokratiegeschichte.

Für die Hecker-Familie geht es am Nachmittag dann noch mit dem Planwagen in die Angelbachtaler Weinberge und zu einer Weinprobe, bevor die Gäste am Montagvormittag dann die Heim- oder Weiterreise durch Deutschland antreten.

„Nachdem der Besuch der Heckerfamilie im Jahr 2023 auf wenige Stunden beschränkt war, können wir jetzt mit dem straffen Programm des Festwochenendes den Nachfahren von Friedrich Hecker viel mehr zeigen“, freut sich Bürgermeister Frank Werner auf die Gäste. „Ähnlich wie wir bei unserer Reise in die USA werden jetzt auch die Heckers auf den Spuren ihres berühmten Vorfahren wandeln, schwerpunktmäßig hier direkt im Ort.“

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Fridrich Hecker

(ram) Der wohl bekannteste Sohn der Gemeinde Angelbachtal wurde im Jahr 1811 im Eichtersheimer Rentamt neben dem Schlosspark der Freiherren von Venningen geboren. Seine Jugend verbrachte der Sohn von Wilhelmina und Rentamtmann Josef Hecker im Kraichgau, später besuchte er das Gymnasium in Mannheim und studierte in Heidelberg von 1830 bis 1834 Jura, arbeitete ab 1838 als Anwalt. Einige Jahre später machte er sich für die Demokratiebewegung stark, Petitionen beim Karlsruher Landtag hatten Erfolg, beim Frankfurter Vorparlament scheitere er jedoch im April 1848 mit seinen revolutionären Vorhaben. Im Kern kämpfte er für ein geeintes, demokratisches Deutschland. Er forderte die Abschaffung der Monarchie, die Einführung einer Republik sowie Grundrechte wie Versammlungs-, Presse- und Meinungsfreiheit.

Enttäuscht von den Frankfurter Demokraten zogen Friedrich Hecker und Gustav Struve im Frühjahr 1848 von Konstanz aus, zu einem bewaffneten Aufstand. Von 30 bis 50 Mann wuchs der Zug allerdings nur auf 800 Teilnehmer an, in Kandern im Südschwarzwald wurden diese von Truppen des Deutschen Bundes in die Enge gedrängt. Das Gefecht forderte mehrere Menschenleben.

Zunächst floh Hecker danach in die Schweiz, als ihm später in Straßburg die Abschiebung drohte, beschloss er im September 1848 in die USA zu emigrieren. Auch dort engagierte er sich politisch und beim Militär, in seiner Freizeit widmete er sich unter anderem dem Weinbau. 1881 starb Hecker in Illinois (USA).

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