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Aus der Gemeinderatssitzung vom 08.05.2017: Sanierung und Ausbau der vorhandenen Sportflächen als Konzept

Zahlreiche Ideen für Sportanlagen wurden geprüft – Gemeinsame Sportplätze an neuem Standort eher nicht zu realisieren – Klare Botschaft in Richtung Zusammenarbeit der beiden Fußballvereine


Von Ralf März

Angelbachtal. (ram) Wie ist es um die Sportflächen für Vereine und Schule in der Gemeinde bestellt? Welche Bedarfe gibt es und welche Möglichkeiten? Zwei Jahre wurde an diesen Fragen seitens der Gemeindeverwaltung gefeilt, Antworten und Lösungen gesucht, die jetzt auf 63 Seiten niedergeschrieben sind. Vorgestellt wurde das Sportflächenkonzept jetzt im Gemeinderat.    
Etwas verwundert war mancher Zuhörer in der Ratssitzung vielleicht, als Nikola Bosduganov – als Koordinator und Trainer im Angelbachtaler Jugendfußball aktiv – in seinem Vortrag ausschließlich die Bedarfe der beiden Fußballvereine aufzeigte. Doch betrachtet wurde in diesem Konzept, welches unserer Zeitung vorliegt, auch die Belange der anderen sportlichen Vereine und der Schule. Dies betonte Bürgermeister Frank Werner auch in der Diskussion mit den Gemeinderäten.
Dass die Fußballvereine – aus der Historie der beiden Gemeinden heraus – der TSV Eichtersheim und der TSV Michelfeld, eine zentrale Rolle im Sportflächenkonzept einnehmen, ergibt sich aber nicht zuletzt aus deren Mitgliederzahlen. Knapp 900 Angelbachtaler gehören den Vereinen zusammen an, rund die Hälfte davon ist sportlich aktiv, so Nikola Bosduganov in seinem Vortrag. Dabei machte er auch deutlich, dass es bei den Betrachtungen der notwendigen Sportflächen nicht vordergründig um die ersten Mannschaften in Landesliga und Kreisklasse gehe, sondern hauptsächlich um den Jugendfußball.
Gerade in diesem Bereich arbeiten die beiden Fußballvereine inzwischen zusammen. Seit vergangenem Herbst gibt es eine offizielle Kooperation. Bis zum Jahr 2024 soll eine Jugendfußballabteilung aufgebaut werden, die in allen Altersklassen Mannschaften stellen kann. Dies sei jedoch nur möglich, wenn eine Mindestanzahl von Kindern- und Jugendlichen erreicht werde. Hierbei half die Zusammenarbeit der beiden Angelbachtaler Vereine, doch nicht in allen Altersklassen reichen die Spieler, weshalb es auch Kooperationen mit umliegenden Vereinen gibt.
Anhand der Altersklassen und Mannschaften ermittelte Nikola Bosduganov den langfristigen Bedarf von drei bis vier Sportplätzen für den Fußball.
Was sich zunächst viel anhört, relativiert sich, wenn man die Sportgelände in Eichtersheim und Michelfeld betrachtet. Neben zwei großen Rasenplätzen gibt es dort bereits heute zwei Hartplätze und in Eichtersheim auch einen weiteren kleinen Rasenplatz. Vorhanden sind auch Flutlichtanlagen und Clubhäuser, die nicht nur als Vereinsgaststätte zu sehen, sondern mit Umkleideräumen, Duschen und Lagerplatz für Bälle und Trainingsgerät für den Sportbetrieb notwendig sind.
Warum dann ein Sportflächenkonzept? Beim näheren Hinschauen zeigt sich ein erheblicher Sanierungsstau im Bereich der vorhandenen Sportflächen: Die beiden Hartplätze seien „abgängig“ so der Bürgermeister, die Clubhäuser und auch die Sporthalle des TSV-Michelfeld weisen erheblichen Sanierungsbedarf auf, attestierte auch der Gemeinderat. Seit dem Bau der Sonnenberghalle vor über 10 Jahren gibt es auch keine 100m Laufbahn und keine Weitsprunggrube für den Schulsport mehr.
Schon als der Abbruch der Sportanlage vor der Schule damals beschlossen wurde, um Platz für die Halle zu schaffen, bestand seitens des Gemeinderates der Wunsch, Ersatz zu schaffen, erinnerte Gemeinderat Jürgen Lutz.
Doch welche Möglichkeiten gibt es für die Sportflächen? Dies wird im Sportflächenkonzept detailliert aufgearbeitet: Immer wieder wurde beispielsweise für den Schulsport ein Trainingsgelände neben dem Festplatz überlegt. Schwer zu machen, erfährt man im Konzept, die Fläche gehört nicht der Gemeinde, ein Bebauungsplan müsste aufgestellt werden, schwierig könnte es mit dem Lärm werden. Doch es gibt weitere Betrachtungen: Vermarktet man die heutigen Sportplätze in Eichtersheim und Michelfeld zur Wohnbebauung und nutzt dem Verkaufserlös für ein neues, gemeinsames Sportgelände? – Eher nicht, denn auch dafür müsste ein Platz gefunden, Bebauungspläne aufgestellt und viel Geld in die Hand genommen werden.
Was soll konkret passieren? Mit seinem einstimmigen Beschluss erteilte der Gemeinderat den Planungsauftrag für eine 100m Kunststofflaufbahn mit Weitsprunggrube beim Sportplatz Eichtersheim, sowie für die Umwandlung der Hartplätze in Rasenplätze oder Kunstrasenplätze. Dabei sollen auch die Kosten ermittelt werden. Parallel wurde die Verwaltung ermächtigt, Zuschussanträge für die Maßnahmen zu stellen. Liegen Pläne und Kosten auf dem Tisch, muss der Gemeinderat die weiteren Entscheidungen treffen. Klar dürfte jedoch sein: Die heutigen Sportflächen werden in ihrer Örtlichkeit erhalten.
Was passiert mit den Vereinsclubhäusern? Die Sanierung der Clubhäuser und auch der TSV-Michelfeld Sporthalle sieht man als langfristige Aufgabe, die die Vereine jedoch nicht alleine werden stemmen können. Dass es auch dafür Gelder von der Gemeinde geben könnte, wurde in der Diskussion deutlich. Jedoch macht Bürgermeister Frank Werner unmissverständlich klar, dass die Gemeinde nicht zwei Clubhäuser vollumfänglich sanieren werde.
Konkret steht dazu deshalb im Flächenkonzept: „Insbesondere bei der Frage der Sanierung der Clubhäuser und der TSV-Halle ist eine multifunktionale Nutzung und eine abgestimmte Zusammenarbeit auch im Seniorenspielbetrieb als Voraussetzung zu sehen. Ob diese Zusammenarbeit in Form einer Spielgemeinschaft oder schlussendlich durch eine Vereinsfusion umgesetzt wird, muss im Moment noch nicht entschieden werden.“