Beide Orte, die eine mehr als 1000jährige Geschichte haben, wurden in den Jahren 831 und 838 erstmals im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Dieses Datum ist jedoch nicht mit dem Gründungsjahr gleichzusetzen, das viel früher liegen dürfte. Gelegentliche Gräberfunde in beiden Orten haben den Beweis erbracht, daß schon in der LaTène-Zeit (500 v.Chr.) hier Menschen gewohnt haben. Die früheren Ortsnamen weisen auf günstige Voraussetzungen für den Ackerbau und die Viehzucht hin.
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Michelfeld:Im Jahre 831 wird das Dorf
Michelfeld zum ersten Mal in den Urkunden des Lorscher Codex erwähnt, dem "17. Jahr
des Königs Ludwig" des Deutschen. Alte Ortsbeschreibungen weisen darauf hin, daß dieses Dorf von alters her einen eigenen Adel auf seiner Gemarkung wohnen hatte. Den größten Teil der Michelfelder Gemarkung aber verwaltete die Familie von Gemmingen als Katzenelnbogisches Lehen, das heißt, als Lehen der Landgrafen von Hessen. |
| Wahrscheinlich bestand
in Michelfeld eine Wasserburg, die während des 30-jährigen Krieges, vermutlich in den
Jahren 1634 und 1635 durch Brand zerstört wurde. Das heute noch erhaltene und in
Privathand befindliche Schloss wurde durch die Herren von Gemmingen-Hornberg im Jahre 1753
erbaut. Bedeutendes geschichtliches Datum war für die Michelfelder die Einführung der Reformation im Jahre 1525 durch Herrn Weyrich von Gemmingen. Die Kirche von Michelfeld ist ein Bau aus den
Jahren 1767/68. Das hessische Wappen am Eingangsportal zeigt die Jahreszahl 1767, während
das Wappen der Freiherren von Gemmingen am Glockenturm aus dem Jahr 1768 stammt. |
![]() Wappen am Glockenturm |
Bei aller Idylle ist nicht zu verkennen, dass in den Kriegen des 17. Jahrhunderts auch die Dörfer im Kraichgau zerstört wurden, wenn Söldner ihren Tribut forderten, wenn niedergebrannt und geplündert, wenn gemordet und marodiert wurde. Berichtet wird, dass nach dem 30-jährigen Krieg von 650 Michelfeldern nur noch 200 übrig geblieben waren. Der Bestand an Häusern war auf ein Drittel zurückgegangen. Später brachte der pfälzische Erbfolgekrieg nochmals schwerste Verwüstungen über unsere beiden Dörfer. Von daher wird klar, warum der Häuserbestand größtenteils aus dem 18. Jahrhundert stammt und deshalb nachprüfbar barocke Züge trägt.
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Eichtersheim:Die ersten Hinweise auf Eichtersheim
erscheinen im Lorscher Codex im Jahre 838. Dort steht: |
Das ist auch die Zeit, in welcher
der schöne, barocke Ortskern von Eichtersheim entstanden ist.
Nicht allein die repräsentativen Bauten im Schlossbezirk, sondern auch die Häuser
zwischen dem "Hofgut" und der evangelischen Kirche, reichen in diese Zeit
zurück.
| Mitten im Ort fällt
das "Hofgut" ins Auge, das die Jahreszahl 1768 trägt und mit den Wappen der
Adelsherren geschmückt ist. Aus dem Jahr 1773 stammt das alte barocke
"Rathaus", das - nach Bekundigungen derjenigen, die noch mit der Adelsherrschaft
zu tun hatten - keineswegs als Rathaus, sondern den Grundherren als Gefängnis gedient
hat. Ein kleiner, graziöser Barockbau, wie er in dieser klaren Schönheit selten in einer
Landgemeinde angetroffen wird. Diesem alten Rathaus gegenüber steht das in seiner Front
leider veränderte ehemalige Pfarrhaus, auch gekrönt mit dem Venningen-Wappen. Vom Dorfhügel herab grüßt die evangelische Kirche, einer ehemaligen Wehrkirche ähnelnd. Sie wurde im Jahre 1790 gebaut, und der stattliche Turm wurde 1886 erneuert. |
Allianzwappen der Freiherren von Venningen li. |
Dieser kurze Rückblick kann nicht die ganze Geschichte der beiden ehemaligen Dörfer Eichtersheim und Michelfeld wiedergeben. Vielmehr will er die historische Entwicklung aufzeigen, die das Aussehen der heutigen Gemeinde Angelbachtal geprägt hat und die auch in alten, markanten Gebäuden zum Ausdruck kommt.